Wassenberg: Das „große Loch” wird endlich geschlossen

Wassenberg : Das „große Loch” wird endlich geschlossen

Ein wichtiges Stück städtebaulicher Entwicklung im Rahmen des Bebauungsplanes „Innenstadt” wird an der Ecke Graf-Gerhard-Straße/Parkstraße endlich Wirklichkeit.

An der Stelle des ehemaligen Wassenberger Seidenhauses und weiterer, wegen Bergschäden abgebrochener Häuser und Färberscheunen entsteht auf der vorderen Teilfläche des insgesamt 3000 Quadratmeter großen Geländes ein repräsentatives Geschäfts- und Wohnhaus.

Der Baukörper, in rot-braunem Ziegelmauerwerk und weißen Sprossenfenstern ausgeführt, soll durch „versetzte” Teilabschnitte aufgelockert werden, so dass kein langer, einförmiger „Schlauch” entsteht.

Ulrike und Frank Heeren aus Wassenberg sind die Investoren, die diese Teilfläche von der Besitzerin, der ESW (Entwicklungsgesellschaft Wassenberg mit 75 Prozent Anteil Stadt und 25 Prozent Kreissparkasse), erwarben.

Die Bergabrisslinie macht ein Zurückspringen des Baukörpers um 20 Meter ab Straßenseite Graf-Gerhard-Straße erforderlich. Auf dieser Freifläche entstehen 26 Parkplätze, die auch die Parksituation in diesem Stadtbereich mit beruhigen sollen, zumal in unmittelbarer Nähe mehrere Arztpraxen vorhanden sind mit starkem Publikumsverkehr.

Die Parkplätze sollen durch eine Querverbindung zwischen der Parkstraße und dem Bleichdamm erschlossen werden. Der Bleichdamm wird auf sechs Meter Breite ausgebaut.

Der Baukörper hat eine Nutzfläche von rund 970 Quadratmeter. 350 Quadratmeter entfallen auf das Erdgeschoss, das eine Apotheke und Geschäftsräume aufnehmen soll, die im Detail zurzeit noch verhandelt werden. Im ersten Stock sollen Büroräume und Arztpraxen entstehen.

Es wird dringend ein Augenarzt gesucht. Dafür besteht in Wassenberg mit vielen älteren Einwohnern dringend Bedarf. Einen Augenarzt gibt es hier leider bisher nicht.

Die Seniorenwohnungen im Dachgeschoss bieten attraktive Zuschnitte von 40 bis 73 Quadratmeter, behindertengerechte Ausstattung, Balkon an jeder Wohnung, sind mit einem Lift zu erreichen und ermöglichen die Inanspruchnahme der Hausbetreuung durch soziale Seniorendienste vorhandener Sozialträger der Caritas und der Johanniter.

Die Aussicht auf das Stadtpanorama und die unmittelbare Nähe von Gondelweiher, Parkanlagen, Begegnungsstätte und Judenbruch sind weitere Annehmlichkeiten. Außerdem sind Kirche und Banken in unmittelbarer Nachbarschaft. Die Planung sieht den Baubeginn im Mai vor, die Teilfertigstellung noch in diesem Jahr.

Für Bürgermeister Manfred Erdweg und die Mitarbeiter der EWS und der Verwaltung war die Bekanntgabe mit einem großen Aufatmen verbunden. Das „große Loch” wird nun endlich geschlossen. Die Baumaßnahme an einer ehedem attraktiven Kreuzung verleihe der Innenstadt endlich „wieder ein Gesicht”.

Auf dem noch verbleibenden rückwärtigen Grundstücksteil in einer Größe von 1500 Quadratmeter könnte nach den Vorstellungen der EWS und der Stadt ein ähnliches Wohngeschäftshaus entstehen. Das Grundstück wird zweckgebunden möglichen Investoren zum Kauf angeboten.

Ein optimistisches Unterfangen dieser Art sei geeignet, konjunkturell belebend zu wirken. An dieser Nahtstelle im Stadtkern hat sich schon viel getan: Von der ehemaligen, weithin bekannten Färberei Reiners, dem folgenden Wassenberger Seidenhaus Ludwig Essers mit großem Renommee und den Zerstörungen während der Bergbauphase. Stadt, ESW und Investor sind hoffnungsvoll.