Hückelhoven: „con brio” mit Konzert „Percussion & More”

Hückelhoven : „con brio” mit Konzert „Percussion & More”

Ein ungewöhnliches und eindrucksvolles musikalisches Erlebnis vor dem Hintergrund der Maschinenhalle des Industriedenkmals Schacht Drei bot das 50. Konzert von „con brio”.

Unter dem Titel „Percussion & More” hatte der Verein sechs talentierte junge Musiker versammelt, von denen zwei aus Hückelhoven und einer aus Karken stammen.

Sie stellten die vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten von Schlaginstrumenten unter Beweis, wobei sie neben einem Schlagzeug auch seltenere Instrumente wie das Marimbaphon und das Vibraphon verwendeten und sie bei mehreren Stücken mit „klassischen” Instrumenten wie Horn, Violoncello und Klarinette kombinierten.

Mit „Two Movements for Marimba” und „Ghanaia” stellte Ralf Kurley das Marimbaphon vor. Dabei handelt es sich um ein Instrument aus abgestimmten Hartholzstäben, das sich durch einen tiefen Klang auszeichnet.

Die lebhaften Rhythmen von „Ghanaia” erinnerten an den afrikanischen Ursprung dieses Instruments. Im Gegensatz dazu stand „Blues for Gilbert”, ein ruhiges, melancholisches Stück, das Kurley auf dem Vibraphon mit seinem nachhallenden Klang sehr gefühlvoll spielte.

Kai Stoffels aus Hückelhoven stellte ebenfalls sein Können am Marimbaphon unter Beweis. Er spielte darauf zwei Tänze. Während aber „Choro Bachiano”, ein volkstümliches Tanzlied aus Brasilien, auf dieses Instrument zugeschnitten war, interpretierte Stoffels mit der „Giga” aus der „Partita d-moll BWV 1004” einen Tanz neu, den Bach für Violine solo komponiert hatte.

Mit seinem hohen Tempo erwies das Stück sich als sehr gut geeignet für die Umsetzung auf dem Marimbaphon.

Gemeinsam mit Dominik Niklas an der Klarinette zeigte Stoffels Beispiele für die effektvolle Kombination dieses Blasinstrumentes mit dem Schlagzeug.

Mit modern wirkenden Klängen präsentierten sie das „Duo für Klarinette und Schlagzeug” von Dietrich Erdmann. Während im ersten und dritten Satz treibende Schlagzeugrhythmen auffielen, nahmen sie sich im zweiten eher zurück und überließen das Adagio vor allem der Klarinette.

In der Erinnerung blieb auch das „Duo für Klarinette und Percussion”, in dem Eindrücke skandinavischer Landschaft klanglich verarbeitet sind.

Bei „In a Jolly Mood” war es schließlich das Vibraphon, an dem Stoffels mit Niklas zusammen spielte. Nach einem ruhigen, entspannten Anfang zeigte sich das Stück fröhlich und überaus beschwingt.

Norbert Bokor am Horn, Mirko Kohlmann am Violoncello und der Hückelhovener Sebastian Hopstein am Vibraphon überzeugten mit einer Nocturne, die Kurt Hopstein eigens für diese drei Interpreten komponiert hatte.

Damit verdeutlichten sie sehr effektvoll den Reiz einer solchen Zusammenstellung, den das kammermusikalische Stück in sich trägt. Als Zugabe spielten Niklas, Stoffels, Kurley und Hopstein eine beschwingte Kombination von Klarinette, Vibraphon, Marimbaphon und Schlagzeug.

Mit dem Konzert an Schacht Drei folgte „con brio” einer Einladung des Fördervereins, der sich dafür einsetzt, dass das Denkmal in Zukunft Schauplatz für weitere kulturelle Veranstaltungen wird.

Neben diesen beiden Vereinen war auch der Eine-Welt-Laden an „Percussion & More” beteiligt. Er gab den Besuchern die Möglichkeit, sich bei einer kleinen Ausstellung in der Schachthalle verschiedene traditionelle Instrumente aus Afrika, Indien und Indonesien von nahem anzusehen. Die meisten davon sind über den Eine-Welt-Laden erhältlich.