Gangelt-Birgden: Chromblitzende Schätzchen aus Großvaters Zeiten

Gangelt-Birgden : Chromblitzende Schätzchen aus Großvaters Zeiten

Tausende Menschen sahen sich am Wochenende die auf dem „Großen Pley” in Birgden ausgestellten „Altertümchen” an.

Rund 160 Schmuckstücke des automobilen Nutzfahrzeugbaus der Nachkriegsjahre waren beim 3. Lkw-Oldtimertreffen zu bewundern.

Der DRK-Zug Birgden, der die Ausstellung ausrichtete, hatte einen weiteren Grund zur Freude: Die Ortsgruppe der Hilfsorganisation feierte ihren 40. Geburtstag.

Neben den präsentierten Großfahrzeugen gab es viel zu sehen: Man konnte Vorführungen des Roten Kreuzes beobachte, und die Kinder wurden mit Aktionen und Spielen unterhalten.

Bei herrlichem Wetter nutzten die zum Teil von weither angereisten Oldtimer-Aussteller den „Großen Pley” gleichzeitig als Camping-Platz.

Bereits am Freitag erreichten die ersten Oldtimer aus ganz Deutschland ihr Ziel in Birgden. Für die Besitzer der sehenswerten Gefährte, aber auch für andere Gäste gab es am Samstagmorgen mit einem Frühstück dann die erste Stärkung.

Am Samstag und am Sonntag drängten sich mehrere tausend Menschen zwischen den Fahrzeugen. Für Essen und Getränke war bestens gesorgt.

Ein Kühlwagen von Krupp aus Essen, Baujahr 1967 mit 210 PS, zog die Blicke auf sich. Der 100 PS starke Getränke-Lkw aus dem Jahre 1958 auf Daimler-Benz-Basis vom Oldtimer-Club Münsterland hatte historische Bierfässer geladen. Der passende Anhänger war noch zwei Jahre älter.

„Übertragungswagen Nr. 10” war auf dem Büssing-Bus des Bayrischen Rundfunks aus den 60-er Jahren zu lesen. Der viel beachtete Büssing-Lkw von Franz Lipperts wies sogar das Baujahr 1948 auf. Ein Tanklaster aus den Nachkriegsjahren von Henschel sowie das Opel-Blitz-Tanklöschfahrzeug TLF 15/43 mit 2500-Liter- Wassertank aus dem Jahre 1944 zählten ebenfalls zu den Raritäten.

Speditions-Inhaber Höhlschen aus Wuppertal war gleich mit sechs Raritäten von Daimler Benz, Krupp und Magirus angereist. „Guck mal, eine Kuh”, riefen Kinder erstaunt, als der wassergekühlte Goliath von 1954 vorbeifuhr.

Das von Borgward gebaute Dreirad-Gefährt mit zwei Zylindern und Holzrahmenaufbau schafft mit der aufgeladenen Kuh-Attrappe immer noch „stolze” 65 Stundenkilometer.

Organisiert hatte das 3. Lkw-Oldtimertreffen auf dem „Großen Pley” der DRK-Zug Birgden. Besonders unterstützt wurde er von Franz Lipperts, der aufgrund seiner Speditions-Erfahrung auf zahlreiche Freunde innerhalb der großen „Trucker-Gemeinschaft” verweisen kann. Sein Sohn Dieter Lipperts ist Zugführer des DRK in Birgden.

Weil das DRK Birgden in diesem Jahr 40-jähriges Bestehen feiert, demonstrierten die Helfer der 45-köpfigen Ortsgruppe die komplette Rettungskette, von der Alarmierung nach einem Unglücksfall über das Eintreffen des Rettungswagens mit Versorgung des Verletzten bis zum Abtransport. „Moderator” Dietmar Goossens gab dazu die nötigen Erklärungen.

Das DRK hatte am Sonntag auch den mobilen Blutspendewagen aufgeboten. Hier konnten die Besucher dringend benötigtes Blut spenden.

Viel Anklang fand auch das Spielmobil des Roten Kreuzes mit Schminkstand für die Kinder.

Als Sonntagnachmittag die ersten Altertümchen Birgden verließen, hat mancher Oldtimer-Fan ihnen wehmütig nachgeschaut.