Wassenberg: CDU zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Wassenberg : CDU zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Die Wassenberger CDU-Fraktion agiert derzeit offenbar ohne das nötige Glück. Nicht nur, dass die Christdemokraten beim Aachener Verwaltungsgericht in Sachen Gültigkeit der Kommunalwahl 1999 ein Urteil befürchten müssen, das nicht in ihrem Sinne ist.

Auch die Einstimmen-Mehrheit im Rat scheint weiterhin zu wackeln. Hatte CDU-Fraktionsgeschäftsführer Peter Weyermanns zu Beginn der Woche auf Nachfrage unserer Zeitung noch erklärt, im Hinblick auf die Querelen und das Fernbleiben um Ratsfrau Judith Killat (wie berichtet) habe es ein „klärendes Gespräch” gegeben und zukünftig dürfe wieder mit einer einheitlich auftretenden CDU im Rat gerechnet werden, so lässt sich mittlerweile der Eindruck gewinnen, dass hier wohl der Wunsch der Vater des Gedanken war.

Völlig verblüfft

Völlig verblüfft sei sie gewesen, als sie die Zeilen in der Zeitung gelesen habe, erklärte Judith Killat in einem Telefonat. Das könne so nicht stehen bleiben. „Es stimmt nicht, dass ich mich wieder mit der CDU vertragen habe. Wir sprechen nicht mehr miteinander.” Und von einem „klärenden Gespräch” - unter ihrer Beteiligung - könne nicht die Rede sein.

„Ich hatte bei der letzten Ratssitzung von der CDU-Fraktion, speziell von Dr. Konstantin Sander, Peter Weyermanns und Ewald Schmitz erwartet, unaufgefordert öffentlich eine Entschuldigung an mich zu richten, denn die über mich verbreiteten Äußerungen haben mich schon sehr getroffen.”

Schon seit dem 10. Februar distanziere sich die in Geilenkirchen tätige Krankenschwester und Mutter zweier Kinder vom Ortsverband Wassenberg. „Ich habe an diesem Abend auch für die Kommunalwahl mein Mandat zurückgenommen. Ich bin eine unabhängige Christdemokratin im Rat der Stadt Wassenberg, und ich habe mich von allem rüpelhaften Verhalten der Fraktionsspitze in den Ratssitzungen distanziert und auch von allen schriftlichen Stellungnahmen, die Ewald Schmitz an das Verwaltungsgericht gerichtet hat.”

Die 39-Jährige habe sich - nach eigenem Bekunden - einen friedlichen Abschluss des Verwaltungsstreit-Verfahrens im Rat gewünscht. „Denn eine Fraktion, die das Recht der freien Meinungsäußerung und das freie Abstimmungsrecht schon im Rathaus nicht anerkennt”, greift sie die Christdemokraten scharf an, „hat auch nicht verdient, ein für sie sprechendes Urteil vom Verwaltungsgericht zu erhalten.”

Trotz allem, betont Killat nachdrücklich und ohne Scheu vor möglichen Konsequenzen ihrer Stellungnahme, bleibe sie der CDU treu. „Ich schätze Leo Dautzenberg und Armin Laschet sehr. Das Gleiche gilt auch für Wiljo Caron und Dr. Hanno Kehren.”