Waldfeucht: CDU Waldfeucht: Betretenes Schweigen nach missglückter Wahl

Waldfeucht : CDU Waldfeucht: Betretenes Schweigen nach missglückter Wahl

19.39 Uhr, langes, betretenes Schweigen im Waldfeuchter Hof. 37 Mitglieder im CDU-Gemeindeverband waren angetreten, an diesem Abend einen neuen Vorsitzenden für ihren Gemeindeverband zu wählen. Aber sie haben ihn nicht gewählt! 17 Ja- standen am Ende der geheimen Wahl 18 Nein-Stimmen gegenüber. Zwei Mitglieder hatten sich der Stimme enthalten.

Rückblick: Heinz-Josef Schrammen, bis Mai dieses Jahres Vorsitzender, hatte schon im Frühjahr sein Ratsmandat in Waldfeucht niedergelegt, weil er, wie er selbst sagt, mit der Politik seiner Fraktion nicht mehr einverstanden war. Logische Folge für ihn war dann, auch bei den Wahlen im Gemeindeverband nicht mehr für den Posten des Vorsitzenden zu kandidieren, den er dort innehatte.

Bei den Wahlen Anfang Mai fanden sich dann kein Vorsitzender, nur drei Stellvertreter. Einer davon war Heino Hamel, zugleich Vorsitzender des Ortsverbands Waldfeucht. Er hatte die Geschäfte des Gemeindeverbandes bis zum Wahlabend kommissarisch geführt.

Es habe seit Mai drei Vorstandssitzungen gegeben, hatte er zu Beginn der Sitzung erklärt. Zudem sei in unzähligen Einzel- und Gruppengesprächen klar geworden, dass es für die Stellvertreter nachvollziehbare Gründe dafür gegeben habe, nicht für den Vorsitz anzutreten.

„Aber es kann nicht sein, dass so ein erfolgreicher Gemeindeverband ohne Vorsitzenden bleibt”, hatte Hamel erklärt. So habe er bei der jüngsten Vorstandssitzung alle eigenen Vorbehalte zurückgestellt und sich bereit erklärt, den Vorsitz des Gemeindeverbandes zu übernehmen. „Hier geht es nicht um meine Person. Ich bin keine Ein-Mann-Show, ich sehe mich als Primus inter Pares”, hatte er betont.

Um Vereine, Schulen, Gewerbe und Tourismus müsse sich die Partei in Waldfeucht kümmern, so Hamel weiter. Die Finanzen ließen dabei allerdings nicht viel Spielraum. „Und der Umgang untereinander muss besser werden”, hatte er ein Thema aufgegriffen, das schon CDU-Kreisvorsitzender Bernd Krückel beim jüngsten Kreisparteitag in Erkelenz-Katzem in den Fokus genommen hatte. „Es kann nicht sein, dass wir uns mehr mit eigenen Streitigkeiten beschäftigen als mit dem politischen Gegner.”

Ralf Kretschmann, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Waldfeuchter Gemeinderat, hatte dann Hamel vor der Wahl noch als Politiker gewürdigt, der sehr koordinierend gewirkt habe.

Und dann kam, was niemand vorherzusehen gewagt hätte. „Mit persönlichen Bemerkungen halte ich mich als Wahlleiter zurück, bemerkte Erwin Dahlmanns, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU im Heinsberger Kreistag. „Aber ich finde das vom Ergebnis her mehr als schade.”

Nach einer viertelstündigen Unterbrechung der Versammlung wurde er dann deutlicher: „Über Monate hat dieser Verband Probleme. Dann erklärt sich einer bereit, wird vom Vorstand unterstützt. Ob das die richtige Parteiarbeit ist, der richtige Umgang miteinander...Das ist unschön für die Person, aber auch für Euch alle als Verband.”

„Mir hat es einen Schlag in die Magengrube versetzt”, erklärte CDU-Kreisvorsitzender Bernd Krückel, der kurz nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses zur Veranstaltung stieß. „Wir werden nicht an der Opposition scheitern, aber wir werden an uns scheitern, wenn wir nicht zu einem Miteinander kommen”, erklärte er.

Hamel und Schrammen waren nicht zu einer Stellungnahme bereit. „Blamabel! So etwas darf nicht passieren”, lautete der Kommentar von Bürgermeister Johannes von Helden, der dann auf seinen angekündigten Bericht in der Versammlung verzichtete. Damit war die Versammlung schon nach einer Stunde beendet.