CDU im Kreis trotz der Verluste tonangebend

CDU im Kreis trotz der Verluste tonangebend

Kreis Heinsberg. „Das Schlimmste ist, dass die braune Soße drin ist!” So kommentierte Dr. Hanno Kehren, der Kreisvorsitzende der CDU, am Sonntag Abend den von vielen Beobachtern kaum für möglich gehaltenen Einzug der NPD in den Kreistag.

Obwohl die vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestufte Partei nur in 13 von 27 Wahlbezirken angetreten und wählbar war, erreichte sie 1656 Stimmen. 1,5 Prozent der gültigen Stimmen brachten ihr einen Sitz ein.

Sehr zufrieden war Kehren hingegen mit dem Ergebnis seiner eigenen Partei, die 55,1 Prozent bei der Kreistagswahl erzielte. Trotz Verlusten von 3,8 Prozentpunkten verteidigten die Christdemokraten ihre absolute Mehrheit mit 30 von 54 Sitzen souverän. Ihr Landratskandidat Stephan Pusch schnitt noch besser als die eigene Partei ab und sicherte sich mit 56,2 Prozent im ersten Wahlgang den neuen Arbeitsplatz an der Spitze der Kreisverwaltung.

„Ein herausragendes Ergebnis”, freute sich Pusch „ganz toll”, dass es der CDU gelungen sei, deutlich zu machen, dass in den letzten Jahren gute Arbeit im Kreistag geleistet worden sei. Und Pusch freute sich, dass er selbst als Kandidat Akzeptanz in der Bevölkerung gefunden habe. „Jetzt fällt die Belastung von einem ab. Es ist einfach ein Glücksgefühl!”

SPD enttäuscht

Von einem „enttäuschenden Ergebnis” sprach der SPD-Unterbezirksvorsitzende und Landratskandidat der Sozialdemokraten, Franz-Josef Fürkötter. Sowohl die SPD (minus 4,1 Punkte auf 25,6 Prozent) als auch er selbst (minus 3,0 Punkte auf 26,3 Prozent) mussten deutliche Einbußen einstecken. Zwei Sitze gingen gegenüber der Wahl von 1999 verloren. Aber Resignation gebe es trotzdem nicht, dankte Fürkötter allen Mitstreitern in der Partei, die einen engagierten Wahlkampf geführt hätten.

Bei 9,0 Prozent für die Grünen (ein Zuwachs von 2,7 Prozentpunkten) und 8,3 Prozent für ihre Kandidatin Maria Meurer herrschte im Grünen Lager rundum Zufriedenheit. Maria Meurer verbuchte ein „achtbares Ergebnis” für sich und ein „richtig gutes Resultat” für ihre Partei, die zwei Sitze hinzugewann.

„Wir haben uns hervorragend geschlagen”, strahlte auch der Liberale Felix Becker. „Ich bin sehr zufrieden.” Die FDP verbesserte sich von 5,1 auf 8,8 Prozent, Felix Becker von 4,6 auf 9,2.

Die Wahlbeteiligung ging um 2,3 Punkte auf 57,7 Prozent zurück.