Erkelenz / Heiligenstadt: Bundesverdienstmedaille für Siegfried Wagner

Erkelenz / Heiligenstadt : Bundesverdienstmedaille für Siegfried Wagner

Auf Vorschlag des thüringischen Ministerpräsidenten Dieter Althaus hat Bundespräsident Horst Köhler dem ehemaligen Vorsitzenden der Erkelenzer KAB, Siegfried Wagner, die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Wagner, der seinen Ruhestand in Heiligenstadt genießt, wird für seinen Einsatz zur Verständigung der westlichen mit den östlichen Bundesbürgern geehrt.

Althaus würdigt Wagners Verdienste. Er habe sich auf eine ungewöhnlich stille, unmittelbare und unspektakuläre Art um die Wiedervereinigung und den Brückenbau zwischen Ost und West verdient gemacht.

Wagner leitete von 1998 bis zu seinem Umzug 2003 die Erkelenzer KAB. Er organisierte ehrenamtlich ein Dutzend Bildungsreisen in die östlichen Bundesländer. Er wollte um erlebnisreiche Verständigung werben.

Die Fahrten führten an denkwürdige Stätten der DDR-Vergangenheit, wie Grenzeinrichtungen oder erschreckende Gefängnisse in Berlin und Bautzen.

Architektonische Meisterleistungen wie der Zwinger in Dresden und der Aufbau der Frauenkirche wurden besichtigt. Für den ahnungslosen Westler, der nie Verwandte im Osten hatte, erschloss sich eine unbekannte landschaftliche, kulturelle und volkstümliche Welt.

Althaus würdigte als Zweck der Reisen: „Ihr Ziel: die innere Mauer niederreißen. Ihr Weg: Reisen in die neuen Bundesländer organisieren, um unmittelbare Erfahrungen und Begegnungen zu ermöglichen.”

Der rührige Wagner stammt aus Weißwasser. Im katholischen Eichsfeld engagierte er sich in der katholischen Jugend. Aufgrund kritischer politischer Agilität gegen die diktatorisch Mächtigen der DDR lernte er am eigenen Leibe kennen, was Menschen im Gefängnis erdulden.

Letztendlich entzog er sich dem Regime in den Westen und fand in Erkelenz seinen Platz. Althaus kommentierte: „Weit weg von Heiligenstadt in Erkelenz haben Sie sich niedergelassen. Und Thüringen doch nie aus den Augen, aus dem Herzen gelassen.”