Nordeifel: Buch führt durch Flora und Fauna des Nationalparks

Nordeifel : Buch führt durch Flora und Fauna des Nationalparks

Der Nationalpark Eifel - seit zwei Jahren besteht dieses Schutzgebiet in Nordrhein-Westfalen, 110 Quadratkilometer groß zwischen Schleiden, Nideggen und dem Monschauer Land. Der Besucher sieht „Berge, Wälder, Seen”, dann Bäume und einen beträchtlichen Schilderwald. Was den Nationalpark Eifel eigentlich ausmacht, erkennt er auf den ersten Blick kaum. Jetzt gibt ein Buch - es ist Band I einer Schriftenreihe - Auskunft über die Einzigartigkeit dieser Landschaft; es beschreibt die Tier- und Pfanzenwelt des Schutzgebietes.

Da gibt es einiges zu sehen, was andernorts nicht mehr vorkommt. Denn außer den klassischen Waldbewohnern Reh, Hirsch, Fuchs und Wildschwein hat der Nationalpark an einigen Stellen Raritäten zu bieten, zum Beispiel den Schwarzstorch. Der scheue Vogel brütet im Gegensatz zu seinem weißen Vetter in den verborgenen Winkeln des Waldes und reagiert auf Störungen empfindlich.

Doch in „Tier- und Pflanzenwelt im Nationalpark Eifel” sind sie alle aufgelistet: nahezu 700 Pflanzenarten, Libellen, Heuschrecken, Schmetterlinge (50) und gut 120 Vogelarten. Hinzu kommen Fledermäuse in andernorts kaum zu sehender Vielfalt. Schließlich brütet unsere größte Eule, der Uhu, in manchen Felsnischen des Rurtals.

Kaum zu sehen ist der größte europäische Nager, der vor 25 Jahren erstmals im Hürtgenwald wieder eingebürgert wurde: der Biber. Doch die untrüglichen Indizien seiner Präsenz sind allgegenwärtig. Dämme in Flüssen und Seen und Fraßspuren an Bäumen im Rurtal geben Zeugnis von seiner Anwesenheit. Mindestens 200 Exemplare sollen heute wieder in der Region leben.

Ein Lebensraum ist der Nationalpark Eifel auch für die Wildkatze, die in anderen Teilen Europas längst als ausgerottet gilt. In den dichten Wäldern der Eifel hat sie eine Nische gefunden - und überlebt. Für die Stadt Heimbach ist sie das Symboltier des Schutzgebietes.

Es könnten leicht mehr Arten sein, die Förster, Biologen und interessierte Besucher demnächst in die Eifel locken. Irgendwo im Dunstkreis des Nationalparks soll der Luchs aufgetaucht sein. Zumindest wurden die Trittsiegel dieser großen Katze bestätigt. Sollte das Raubtier mit den Pinselohren tatsächlich zurückkehren, dann wäre eine Neuauflage des Buches fällig.

„Tier- und Pflanzenwelt im Nationalpark Eifel”, 320 Seiten, mit Abbildungen, J. P. Bachem-Verlag, 14,95 Euro, ISBN 3-7616-2005-5.