Bocket: Bocket: „Jugend musiziert” mal ganz anders

Bocket : Bocket: „Jugend musiziert” mal ganz anders

Eine andere Art von „Jugend musiziert” praktiziert der Musikverein St. Josef mit seinen nunmehr dritten Vorspielnachmittag.

Dabei geht es nach Worten des Vorsitzenden Arnd Krekelberg nicht ums Konkurrieren, sondern ums Zusammenspielen.

Derzeit bildet der starke Verein wieder 27 Kinder im Alter von neun bis 15 Jahren aus und leistet sich namhafte Dirigenten wie Wim Brills für Oboe oder Jo Brouwers für Posaune. Selbst nach fünf Monaten Ausbildung konnte, wer wollte, schon auftreten. Andere wiederum lernen seit drei oder vier Jahren.

Long live learning - damit hält es auch der Vorsitzende und gibt als Pädagoge ein Vorbild, indem er behauptete, auch nach 30 Jahren Lehrzeit noch nicht perfekt zu sein. Immerhin gelang es ihm und den Mitspielern am Schluss, beim Klarinetten-Trio die Tür zur Kammermusik einen weiten Spalt aufzutun.

Dafür sorgten Gluck mit dem Reigen seliger Geister, das Boccherini-Menuett und die Quantz-Sonate für Friedrich den Großen.

Der Weg nach oben ist beschwerlich

Unverkennbar war aber auch, dass der Weg nach oben äußerst beschwerlich sein kann. Die zahlreich vertretenen Besucher bzw. Angehörigen der Eleven ermunterten sie. Ein Stück Limburger Flaa oder selbst gebackener Kucken versüßten Hörern wie Aktiven das Geschehen. Das kurzweilige, komprimierte Programm wirkte für sich und verhinderte Unruhe wie Pausen.

Das Ensemble wird bevorzugt

Da der Nachwuchs sich möglichst früh aufeinander einspielen soll, wurde das Ensemble bevorzugt. Trios, Duos, dazwischen Soli, wenn es, wie im Falle der kleinen Janina, für ihre Oboe keine Partner gab. Einem Trompetentrio folgten weitere Blechbläser

, dann Flöten und andere Holzbläser. Auch die klassischen Stücke waren kindgerecht. Gegen Ende nahmen Virtuosität und Klangqualität zu. Viele Schüler sind bereits in das 34-köpfige Jugendorchester (ohne jede gestandene Hilfe und Unterstützung, wie betont wurde) integriert.

Seit drei Jahren gibt es diese Einrichtung. Sie hat in Maurice Coumans einen eigenen Dirigenten, der jedoch wegen Krankheit ausfiel, so dass bis zuletzt ungewiss war, wer nun das Dirigat übernahm. Schließlich stellte dieser Auftritt den begehrtesten Höhepunkt dar.

An Phil von Landeghem war es schließlich, in die Bresche zu springen. Es spricht für den guten Ausbildungsstand, dass das Programm mit Ohrwürmern der Film- und Popmusik dann doch so gut gelang, und der Beifall für alle lang und begeistert war.