Blumen gehts an den Kragen

Blumen gehts an den Kragen

Uevekoven (an-o) - Oh, oh, da wird wohl künftig so manche Dame auf den Liebesbeweis in Form von floristischen Gebinden verzichten müssen. Wenn - ja wenn die Bundesregierung ihre Drohung wahr macht und die volle Mehrwertsteuer auch für Gartenbauprodukte erhebt. Blumen würden dann teurer.

Im Dezember vergangenen Jahres hat die Bundesregierung ein Gesetz auf den Weg gebracht, wonach der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von neun Prozent für Gartenbau, Floristik und Blumenhandel künftig wegfällt und statt dessen auch für diese Produkte der volle Mehrwertsteuersatz von 16 Prozent erhoben werden soll. Die Gesetzesvorlage ist allerdings noch nicht verabschiedet: Sie wird demnächst den Vermittlungsausschuss beschäftigen.

Konkurrenz in Niederlanden

Und schon haben sich die Interessengruppen formiert, die gegen die Steuererhöhung Front machen. Natürlich die Gartenbauer und Floristen als Betroffene. Sie fürchten gerade im Kreis Heinsberg noch weiter gegen die Konkurrenz aus den Niederlanden ins Hintertreffen zu geraten. Dort macht man ohnehin staatliche Wettbewerbsvorteile für die Kollegen aus.

"Wir müssten die Steuererhöhung auf die Preise aufschlagen", sagt Markus Schockert. "Aber das würden die Kunden nicht mitmachen", fürchtet er. In seinem Uevekovener Gartenbaubetrieb beschäftigt er insgesamt sieben Arbeitskräfte. Entlassungen, allerdings als letzte Möglichkeit der Kostenreduzierung, mag er nicht ausschließen.

Allerdings ist die geplante Steuererhöhung in Berlin noch nicht beschlossene Sache: Die nordrhein-westfälische Umwelt- und Verbraucherministerin Bärbel Höhn will das Vorhaben im Bundesrat zusammen mit der FDP-Landtagsfraktion zu Fall bringen.

Deren Abgeordneter aus dem Kreis Heinsberg, Felix Becker, macht der Familie Schockert in Uevekoven Mut: "In Frankreich gingen rund 12.000 Arbeitsplätze in den 3000 betroffenen Betrieben verloren, als die Regierung dort die Mehrwertsteuer in diesem Bereich erhöhte. Ich hoffe, die Bundesregierung zieht entsprechende Lehren daraus. Sie muss ihre Pläne revidieren"