Selfkant-Tüddern: Blick über Grenze soll Tourismus ankurbeln

Selfkant-Tüddern : Blick über Grenze soll Tourismus ankurbeln

Im Bauernmuseum Tüddern fand jetzt der Europatag der Selfkant-Liberalen statt.

Zahlreiche Gäste, unter ihnen auch Waldfeuchts Bürgermeister Johannes von Helden sowie Herbert Corsten, stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Selfkant, und viele Ratsvertreter der Gemeindeverwaltung Sittard-Born, waren gekommen und zeigten sich über einige Aussagen überrascht.

Besonders die niederländischen Ratsvertreter waren beeindruckt von Johannes von Helden, der ganz klare Ziele in Sachen Tourismus vor Augen hatte und eine Zusammenarbeit mit den niederländischen und auch belgischen Nachbarn sah. Hans Josef Laumanns, Bürgermeisterkandidat der Selfkant-FDP, führte durch das Programm, lobte die Ausführungen des Waldfeuchters Bürgermeister und unterstrich, dass man auf einer Wellenlinie liege.

Von Helden begann gleich nach der Begrüßung der niederländischen Gäste in perfektem Niederländisch mit einer wichtigen Kernaussage: „Heinsberg hat kein Interesse daran, mit uns ein touristisches Konzept zu erarbeiten, wie die Nachbargemeinden Echt und Maaseik es möchten. Wir liegen näher an Echt als Heinsberg, auch die Nähe zu Maaseik/Belgien ist greifbar. Wir müssen grenzüberschreitende Gemeinsamkeiten suchen und finden, dann hat unsere Region auch für den Tourismus Zukunft.”

In unmittelbarer Nachbarschaft der Niederlande (Suestern) liege die statistische Übernachtungszahl bei 360.000 pro Jahr. „Wir möchten einige dieser Touristen auch in unsere Regionen locken. Wir dürfen nicht allein kämpfen, dann stehen alle auf verlorenen Posten. Und wir dürfen Sittard mit rund 100.000 Einwohnern sowie 100.000 Arbeitsplätzen nicht vergessen und die Stadt mit ins Boot nehmen”, so von Helden.

Er sah auch den Selfkant als wichtigen Partner seiner Überlegungen. „Warum sollen wir es nicht schaffen, einen Busverkehr nach Roermond oder Sittard zu bekommen?”, beschrieb von Helden die ersten Ansatzpunkte.

Wie erfolgreich die Touristikbranche sein könne, zeige das Beispiel Parkstad Limburg. Anja Niewierra vom VVV Zuid-Limburg stellte das erfolgreiche Tourismuskonzept im Grenzgebiet vor. „In Zuid Limburg sind fast 17.000 Personen in der Tourismusbranche tätig. Wir verzeichneten einen Zuwachs von 33,5”, teilte die Direktorin mit.

„Wir hatten in 2002 über 5,5 Millionen Übernachtungen. Davon kamen aus den Niederlanden weit über vier Millionen, aus Deutschland, Belgien und England runde 600.000 Besucher in unsere Region. Wir verzeichnen viele Kurzzeiturlauber und Wochenendtouristen. Im Vorjahr erreichten wir einen Gesamtumsatz von über 625 Millionen Euro.”

Allein Maastricht zähle jährlich viele Millionen Gäste, teilte Anja Niewierra weitere Zahlen mit und sagte überraschend, dass von diesen Gästen viele nach Umfrage das angrenzende Gebiet mit dem Selfkant nicht kennen.

Niewierra gab einen Einblick, wie erfolgreich eine gezielte Zusammenarbeit sich auf die gesamte Region auswirken könne. Sie gab das Beispiel Parkstad Limburg mit den Städten Kerkrade, Heerlen sowie den Gemeinden Landgraaf und Brunsum, die seit 1995 ganz eng zusammenarbeiteten.

„Die größte Skihalle der Welt auf einem ehemaligen Zechengelände und der Park Mondo Verde sind das beste Beispiel. Die Skihalle verzeichnet über eine Millionen Gäste pro Jahr, viele kommen davon aus Deutschland. Mondo Verde liegt bei 300.000 Besuchern. Für 2005 ist eine neue Attraktion geplant, ferner entsteht hier ein neuer Hotelkomplex mit über 400 Betten. Die ganzen Attraktionen haben der Region Parkstad Limburg bis jetzt schon 1000 neue Arbeitsplätze gebracht.”