Heinsberg: Biotop im Klevchen dient als Lehrmittel

Heinsberg : Biotop im Klevchen dient als Lehrmittel

Wenn der Volksmund spricht: „Viele Köche verderben den Brei”, muss das nicht immer stimmen, wie in diesen Tagen die Fertigstellung eines Biotops im Heinsberger Klevchen beweist.

Es bedarf einer Initialzündung und des Sachverstandes aller Beteiligten, um auch mit vielen Beteiligten zum Erfolg zu kommen.

Die Initialzündung ist die Lernpartnerschaft, die das Kreisgymnasium Heinsberg und die Unternehmensgruppe Frauenrath am 26. September 2002 eingingen.

Ihr Ziel ist, Heranwachsenden mehr Einblick in den beruflichen Alltag eines Unternehmens und generell in die Wirtschaft zu ermöglichen.

Sowohl Schuldirektorin Annegret Krewald, als auch Gereon Frauenrath sind sich einig, dass in der Partnerschaft für beide Seiten vielseitige Möglichkeiten bestehen, sich zu ergänzen.

Wie Recht sie mit dieser Einschätzung haben, zeigt die Fertigstellung des ersten großen gemeinsamen Projektes, das jetzt seiner Bestimmung übergeben wurde.

Schon seit Anfang der 80er Jahre besteht bei den Biologen des Kreisgymnasiums der Wunsch, mit Schülern die Entwicklung der Flora und Fauna in einem schuleigenen Biotop von den Anfängen an zu beobachten und zu analysieren.

Ein geeignetes Grundstück war bald im Klevchen gefunden. Was fehlte, war ein Feuchtbiotop, dessen Realisierung trotz mehrerer Ansätze bisher nicht möglich war, weil scheinbar unüberwindliche Schwierigkeiten, die nicht zuletzt auch im finanziellen Bereich lagen, im Weg standen.

„Ein so sinnvolles Projekt muss doch umgesetzt werden”, bestärkten die Gesprächsteilnehmer der Unternehmensgruppe Frauenrath die Lehrer des Kreisgymnasiums im vorigen Jahr und nahmen das Projekt in Angriff. Die Lernpartnerschaft bestand in sehr kurzer Zeit ihre erste Bewährungsprobe.

Die Verantwortlichen fanden bei allen betroffenen Institutionen volle Unterstützung. Die untere Landschaftsbehörde des Kreises, der gleichzeitig Eigentümer des Grundstückes ist, das Kreisgymnasium, die Firma Frauenrath Landschaftsbau, die Stadtverwaltung Heinsberg, der Naturschutzbund und die Freiwillige Feuerwehr der Stadt lösten alle Probleme in partnerschaftlicher Zusammenarbeit.

Mit schwerem Gerät und dem fachkundigen Personal von Frauenrath wurden innerhalb von drei Tagen der natürliche Bewuchs in einer Senke abgezogen, zwei Tonschichten aufgetragen und verdichtet und mit einem nährstoffarmen Sand abgedeckt, bis es dann im Beisein von Schülerinnen und Schülern des Kreisgymnasiums durch die Freiwillige Feuerwehr hieß: „Wasser marsch!”

Innerhalb von anderthalb Stunden war das heiß ersehnte Feuchtbiotop mit Wasser gefüllt, sodass die Natur jetzt unter der Beobachtung des Biologie-Leistungskurses der Jahrgangsstufe 12 ihr Werk beginnen kann. Annegret Krewald kümmerte sich selbst darum, dass alle Beteiligten während der letzten Phase der Bauzeit durch einen Imbiss und Getränke versorgt wurden.

Damit ist die Lernpartnerschaft zwischen dem Kreisgymnasium und der Unternehmensgruppe Frauenrath erfolgreich gestartet, und bereits in den nächsten Monaten werden weitere Projekte in Angriff genommen. Dazu zählen ein Bewerberseminar für Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 12 und ein Kurs „PC-Hardware - das Innenleben eines Computers”.