Kreis Heinsberg: Big Band des Heeresmusikkorps Koblenz swingt für guten Zweck

Kreis Heinsberg : Big Band des Heeresmusikkorps Koblenz swingt für guten Zweck

Aus Anlass des 30-jährigen Bestehens der Multiple-Sklerose-Selbsthilfegruppe für den Kreis Heinsberg hat sich die Bundeswehr angesagt: Die Big Band des Heeresmusikkorps Koblenz wird am Mittwoch, 16. Mai, um 19.30 Uhr für ein Benefizkonzert in der Aula des Hückelhovener Gymnasiums gastieren.

Die Big Band ist eine Formation, die sich besonders dem traditionellen Swing wie auch modernem Jazzrock widmet. Unter der Leitung von Stabsfeldwebel Christopher Buchheim präsentiert dieses professionelle Orchester Hits aus der goldenen Swing-Ära, aber auch Jazzstandards bis hin zu Funk und Fusion. So finden sich im Konzertprogramm — neben den Arrangements der Könige des Swings wie Glenn Miller, Duke Ellington oder Count Basie — auch Top-Hits aktueller Pop- und Jazzgrößen wieder. Die Big Band, die aus 18 Musikerinnen und Musikern besteht, wird zu Galaveranstaltungen sowie Wohltätigkeitskonzerten als auch bei Empfängen und im Rahmen der Truppenbetreuung von Kameraden im In- und Ausland eingesetzt.

Eintrittskarten für das Konzert gibt es zum Preis von 20 Euro in diesen Vorverkaufsstellen: Reisebüro und Schreibwaren Hansen, Hückelhoven; Hairpoint Hermanns, Ratheim; Buchhandlung Gollenstede, Heinsberg; Buchhandlung Viehausen, Erkelenz; Reisebüro Scholz, Wegberg; Media Ecke, Wassenberg.

In der Selbsthilfegruppe treffen sich Menschen, die von der Krankheit Multiple Sklerose (MS) betroffen sind und deren Angehörige.

Bei MS handelt es sich um eine entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, die ganz unterschiedlich verlaufen kann und auch heute noch unheilbar ist. Sie trifft überwiegend Menschen zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr — plötzlich und mitten in der Lebensplanung mit Beruf und Familie. Meistens treten Sehstörungen, Sprach- und Gleichgewichtsstörungen sowie Bewegungseinschränkungen und Mobilitätsverluste auf.

Drohende Isolierung

Weil das soziale Umfeld nicht mehr wie früher gepflegt werden kann, droht vielen Erkrankten die Isolation. Um der drohenden Isolierung zu entgehen, um sich über die Krankheit und deren Bewältigung auszutauschen und um neue Kontakte zu knüpfen, gibt es die Selbsthilfegruppe.

In der Selbsthilfegruppe treffen sich circa 40 von MS Betroffene aus dem Kreisgebiet im Alter von 30 bis 75 Jahren mit den unterschiedlichsten Krankheitsbildern und Behinderungsgraden. Die Mitglieder treffen sich einmal monatlich zu Gruppentreffen in Oberbruch, einmal monatlich zum Stammtisch in Hückelhoven und wöchentlich einmal zum Sitz-Yoga Kurs in Wassenberg.

Ein weiteres erklärtes Ziel der Selbsthilfegruppe ist aber auch, die Akzeptanz der Krankheit in der Öffentlichkeit zu erreichen, denn nicht selten müssten sich die Betroffenen mit falschen Vorstellungen auseinandersetzen: „Wer kann schon als gesunder Mensch verstehen, dass man nicht unbedingt ständig im Rollstuhl sitzen muss? Gerade noch äußerlich gesund, plötzlich nicht mehr in der Lage, selbstständig zu gehen und zum Beispiel den Anschein eines Angetrunkenen zu erwecken, führt nicht selten zu Missverständnissen, die den Erkrankten sehr schmerzen.“ Für viele Erkrankte sei es daher sehr wichtig, gemeinsam mit anderen Betroffenen aus ihrer häuslichen Isolation herauszukommen, die durch die körperlichen Beeinträchtigungen und die oftmals frühzeitige Berentung hervorgerufen werde. Dadurch sei es ihnen möglich, soziale und gesellschaftliche Kontakte zu pflegen, zum Beispiel bei gemeinsamen Konzert- oder Museumsbesuchen oder Ausflugsfahrten. Um alle Aktivitäten aufrechterhalten zu können und da keine Mitgliedsbeiträge genommen werden, benötigt die Selbsthilfegruppe auch finanzielle Mittel. Eine hilfreiche Unterstützung soll dabei das geplante Benefizkonzert sein.