Bevor der Vorhang sich endgültig hebt

Bevor der Vorhang sich endgültig hebt

Erkelenz (an-o) - Annika Deck besucht die Jahrgangsstufe 11 des Cusanus-Gymnasiums in Erkelenz. Im Rahmen des Berufspraktikums war sie zwei Wochen lang Gast in der Redaktion der "Nachrichten". Sie schreibt über ihre Erfahrung bei der Probenarbeit der Theatergruppe ihrer Schule.

Seit über 20 Jahren gibt es sie jetzt schon, die Theater-Gruppe der Oberstufe des Cusanus-Gymnasiums in Erkelenz. Anfang 2003, von Mittwoch, 29. Januar bis Samstag, 1. Februar, steht die diesjährige Gruppe mit einem neuen Stück auf der Bühne.

"Die zwölf Geschworenen" ist unser momentanes Projekt, das es in unzähligen Proben umzusetzen gilt. Das Stück aus den USA handelt von einer Diskussion zwölf Geschworener, die entscheiden müssen, ob ein des Mordes an seinem Vater angeklagter junger Mann auf den elektrischen Stuhl kommt oder freigesprochen wird.

Rollen auch für Frauen

Anfangs ist eine einzelne Geschworene der Meinung, der Junge könnte auch unschuldig sein. Ob sie es schafft, die anderen zu überzeugen, kann man Ende Januar im Atrium des Cusanus-Gymnasiums herausfinden.

Bei den ersten Vorbereitungen im Frühjahr 2002 wurde das Stück, das eigentlich nur Männerrollen hat (amerikanischer Originaltitel: "Twelve angry men"), so geändert, dass einige Geschworene auch weiblich besetzt werden konnten. So bekam auch ich eine Rolle.

Neben den 13 Schauspielern sind für das Gelingen der Aufführungen noch viele andere Mitwirkende notwendig: eine Souffleuse, Bühnenbildner, Beleuchter, Maskenbildnerinnen, Techniker, Requisiteusen, Kostümbildner und Inspizientinnen. Hinzu kommen natürlich unsere Lehrer, die Leiter der Theatergruppe: der Regisseur, Michael Deck, Peter Boidol, der die Bühnenbildner anleitet, und Susanne Lenzen-Hoffmann, die für die Maskenbildnerinnen zuständig ist.

Die Proben laufen schon einige Zeit, doch bis jeder Schauspieler sich mit seiner Rolle identifizieren kann und das Ganze bühnenreif ist, haben wir noch einen weiten Weg vor uns. Natürlich ist es nicht so, als hätten wir noch nichts geschafft: Nach dem Vorsprechen bekamen die Schauspieler/innen ihre Rollen zugewiesen. In den folgenden Leseproben wurden wir erstmals dem Stück wirklich gegenübergestellt und realisierten, dass wir damit irgendwann auf der Bühne stehen werden. Danach lernten wir in Stellproben unsere Gänge und Positionen im Verlaufe des Stückes kennen.

Bei den momentanen Szenenproben werden kleinere Einheiten intensiv eingeübt. Obwohl sich das sehr förmlich anhört, läuft doch alles noch ziemlich locker und mit Humor ab. Noch spielen wir mit dem Textbuch in der Hand; bei den Detailproben muss der Text aber schon sitzen, das bedeutet, neben der Schule, Hausaufgaben, Klausuren und den Theaterproben muss auswendig gelernt werden.

Zurzeit treffen wir uns noch zwei- bis dreimal in der Woche. Nach den Weihnachtsferien wird dann bis zu den Aufführungen fast jeden Tag geprobt, damit es, wie in den letzten Jahren wieder sehenswert wird. Aber es ist ja noch genug Zeit bis zur Premiere.