Städteregion: Betroffenheit in der Städteregion: Hans-Josef Hilsenbeck gestorben

Städteregion : Betroffenheit in der Städteregion: Hans-Josef Hilsenbeck gestorben

Noch am Sonntagmittag hatte Hans-Josef Hilsenbeck in seiner Funktion als 1. stellvertretender Städteregionsrat einen repräsentativen Termin wahrgenommen und in Herzogenrath am traditionellen „Tag der offenen Tür“ der Roda-Schule teilgenommen; am Abend ereilte ihn dann in seinem Wohnhaus in Simmerath-Dedenborn der Tod. Kurz zuvor hatte er über Unwohlsein geklagt.

Der plötzliche Tod des weithin beliebten und geachteten Kommunalpolitikers hat viele Wegbegleiter und Bürger mit großer Trauer und Betroffenheit erfüllt. Der 76-Jährige stand mitten im aktiven Leben, und fühlte sich auch im fortgeschrittenen Alter der Region und den Menschen als politischer Mitgestalter noch im hohem Maße verpflichtet. Hilsenbeck prägte über fast vier Jahrzehnte die Kommunalpolitik in Simmerath und darüber hinaus.

Hans-Josef Hilsenbeck stammt aus Trier und zog vor gut 50 Jahren in die Nordeifel. In seiner geliebten Wahlheimat im idyllischen Dedenborn im Rurtal war er schon bald geachtet und ein gefragter Ratgeber auf vielen Ebenen.

Hans-Josef Hilsenbeck zog es nur selten ins Licht der Öffentlichkeit. Ob als langjähriger Ratsvertreter und Ortsvorsteher in der Gemeinde Simmerath oder später in der Städteregion Aachen: Hilsenbecks Stärken waren nicht große Reden und Selbstdarstellung. Vielmehr beherrschte er die Kunst des Verhandelns und auch des Taktierens.

Er war ein Diplomat, aber nicht um jeden Preis. Findig, gewandt, klug und wohldurchdacht und auch mitunter emotional, aber stets auf der Grundlage eines soliden Sachwissens und mit einem guten Netzwerk ausgestattet, legte er die Messlatte in der politischen Auseinandersetzung gerne etwas höher.

Seine Diskussionsführung war stets geprägt von Respekt und Weitblick. Hans-Josef Hilsenbeck wurde bei seiner politischen Arbeit von der Zielsetzung gelenkt, dass am Ende das beste Ergebnis für die Menschen und die Region stehen muss. Wenn andere reflexartig Porzellan zerschlugen, galt es für Hilsenbeck zunächst einmal abzuwägen und einen Plan aufzustellen. Die wirklich wichtigen Gespräche und Verhandlungen führte er abseits der öffentlichen, politischen Bühne.

Er ließ sich nicht verbiegen, aber mit guten Argumenten konnte man ihn durchaus überzeugen. Diese Charakterstärke war es, mit der er bei den Menschen großes Vertrauen und eine hohe Verlässlichkeit erreichte. Die stets überragenden Ergebnisse bei den Kommunalwahlen unterstreichen seine hohe Integrität.

Auf die Menschen zugegangen

„Ich möchte auf die Menschen zugehen, ihre Anregungen und Kritik aufnehmen und nach Lösungen suchen“, sagte er einmal im Gespräch mit dieser Zeitung. Hans-Josef Hilsenbeck, CDU-Politiker aus Überzeugung, genoss nicht nur in der eigenen Partei Anerkennung und Vertrauen, auch seine politischen Gegenspieler begegneten ihm mit Respekt.

Tief betroffen zeigte sich am Montag auch Städteregionsrat Helmut Etschenberg: „Mit Hans-Josef Hilsenbeck verliere ich persönlich einen verlässlichen Freund und wertvollen Weggefährten, die Städteregion Aachen einen herausragenden Botschafter und die Eifel einen respektierten Fürsprecher“, sagte Etschenberg, der auch in seiner langjährigen Zeit als Monschauer Stadtdirektor das politische Wirken von Hans-Josef Hilsenbeck schätzen lernte.

„Simmerath hat Hans-Josef Hilsenbeck sehr viel zu verdanken. Sein Tod hat mich sehr betroffen gemacht“, sagte am Montag Karl-Heinz Hermanns, Bürgermeister der Gemeinde Simmerath, der hinzufügt, „dass Hans-Josef Hilsenbeck für mich immer ein hochkompetenter Ratgeber war“. Als Vollblut-Politiker habe er stets die Interessen seines Heimatortes, der Gemeinde Simmerath und der Region bürgernah und erfolgreich vertreten.

Mit seinem Tod verliere Simmerath einen seiner bedeutendsten Politiker. „Die Lücke, die er hinterlässt, wird kaum zu schließen sein“, ergänzt Hermanns, der Hilsenbeck als einen Politiker bezeichnet, der „nie die Konfrontation gesucht hat sondern mit seiner wohlüberlegten Art versuchte, auch schwierige Situationen zu meistern. Er war kein Polemiker sondern immer vorausdenkend“.

Hans-Josef Hilsenbeck wurde am 21. November 1941 in Trier geboren und zog Mitte der 1960er Jahre nach Dedenborn. Beruflich tätig war er als Oberstudienrat am Berufskolleg in Kall tätig. 1964 wurde er Mitglied der CDU. Von 1979 bis 2014 (also sieben volle Wahlperioden) war er ohne Unterbrechung Ratsmitglied in Simmerath und von 1979 bis 1999 Ortsvorsteher von Dedenborn. Ab Ende 1998 bekleidete er zudem noch das Amt des 1. stellvertretenden Bürgermeisters der Gemeinde Simmerath bis zum Jahr 2009. Zwischen 2009 und 2014 war er noch einmal für eine Wahlperiode Ortsvorsteher von Dedenborn.

In zahlreichen Gremien

Im Jahr 2011 wurde Hilsenbeck mit der Ehrennadel der Gemeinde Simmerath in Gold ausgezeichnet, und 2014 wurde ihm die Ehrenbezeichnung „Ehrenratsherr“ verliehen. Dem Kreistag bzw. dem späteren Städteregionstag gehörte Hans-Josef Hilsenbeck seit 1984 an. Seit 1974 bereits war er Mitglied der Landschaftsversammlung.

Ab 1984 war Hilsenbeck auf Kreisebene Vorsitzender des Tourismus- und Kulturausschusses wie auch viele Jahre im Jugendhilfeausschuss engagiert. Auch dem Schullandheimverein Paustenbach zeigte sich Hans-Josef Hilsenbeck jahrzehntelang als Vorsitzender verbunden. Kreis und Städteregion Aachen vertrat er über Jahre hinweg in weiteren Beiräten, Aufsichtsräten und Gesellschafterversammlungen.

Seit 2009 bekleidete er das Amt des 1. stellvertretenden Städteregionsrates. In dieser Funktion vertrat er die Städteregion bei einer Vielzahl von Gelegenheiten, wobei er stets versuchte, den Menschen nah zu sein — unbürokratisch, offen und ehrlich.