Städteregion: Betreuungsstelle rät: Rechtzeitig Vorsorge treffen

Städteregion : Betreuungsstelle rät: Rechtzeitig Vorsorge treffen

Es kann schnell passieren, dass man selber keine Entscheidungen mehr treffen kann, etwa wegen eines Unfalls, einer schweren Krankheit oder weil die geistigen Kräfte nachlassen — und das ist keine Frage des Alters.

Liegt dann keine Vollmacht vor, muss ein Gericht einen gesetzlichen Vertreter bestimmen. Wie kann man vorsorgen und was ist dabei zu beachten?

Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhält man bei der Betreuungsstelle der Städteregion. Die Beratung zur rechtlichen Vorsorge mit Vollmachten, Vorsorgevollmachten, Betreuungs- und Patientenverfügungen kann jeder nutzen.

Viele Menschen denken, dass Eheleute einander gesetzlich vertreten können. Das ist jedoch nicht so. Genau genommen darf man ohne eine Vollmacht nicht einmal die Post eines anderen Menschen öffnen. Aber auch Überweisungen tätigen, einen Mietvertrag kündigen oder über eine Operation entscheiden ist ohne Vollmacht rechtlich nicht möglich. Das ist auch bei (erwachsenen) Kindern und ihren Eltern so. Man ist nie zu jung, um einer Vertrauensperson eine gesetzliche Vollmacht zu erteilen.

Welche rechtliche Form ist geeignet, um für den Fall der Fälle Vorsorge zu treffen? Worin unterscheidet sich die Vorsorgevollmacht von der Betreuungsverfügung und der Patientenverfügung? Die Mitarbeiter der Betreuungsstelle beraten kostenlos, vertraulich und neutral. In der Betreuungsstelle kann man zudem gegen eine Gebühr von 10 Euro Unterschriften auf Vollmachten öffentlich beglaubigen lassen. Die Beglaubigung der Betreuungsbehörde entspricht der eines Notars. Diese braucht man zum Beispiel, um Immobiliengeschäfte zu tätigen.

Ein weiterer Service ist die Vorsorge-Mappe: Sie enthält Informationen zur rechtlichen Vorsorge und liefert Antworten auf Fragen wie: Was wird, wenn ich auf Hilfe angewiesen bin? Wer entscheidet und handelt für mich? Wird mein Wille beachtet?

Mappe mit Vordrucken

Die Mappe enthält Vordrucke für Vollmachten sowie eine Betreuungs- und Patientenverfügung. Die Vorsorge-Mappe findet man als PDF-Datei zum kostenlosen Herunterladen unter www.staedteregion-aachen.de/rechtliche-vorsorge. Es gibt sie auf deutsch, russisch, türkisch und arabisch.

Weitere Informationen gibt es bei den Beschäftigten der Betreuungsstelle: Astrid Alt (Telefon 0241/5198—2350), Sven Estorer (0241/5198-5087), Christoph Fritz (0241/5198—5026), Mike Herkens (0241/5198-5070), Gabriela Kowalczyk (0241/5198—5037), Jürgen Lothmann (0241/5198-5052), Beate Ratajczak (0241/5198-5078) und Frank Roschkowski (0241/5198-5086).

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