Betonpfähle geben festen Halt

Betonpfähle geben festen Halt

Hückelhoven (an-o) - Langsam frisst sich der turmhohe Spiralbohrer ins rotbraune Erdreich, bis die Zehn-Meter-Marke erreicht ist. Während das Gerät langsam wieder hoch fährt, wird durch das Bohrerinnere Beton in den Hohlraum gepresst. Pfahlgründung geht heutzutage wirklich ruckzuck.

"Die Firma, die die Arbeiten für uns erledigt, ist auch in ein paar Tagen schon fertig", erläutert Dezernentin Angelika Stöcker. Dabei sind es nicht weniger als 60 Betonpfähle, die unter dem Erweiterungsbau des Gymnasiums für den notwendigen Halt sorgen sollen.
Erst im Zuge der Erdarbeiten hatte sich heraus gestellt, dass der Untergrund allein nicht ausreichend tragfähig ist. Mit der zusätzlichen Fundamentierung steht der Anbau aber auf sicheren Füßen.

Eklatante Raumnot

Mit dem Erweiterungstrakt, der auf der Freifläche zwischen Gymnasium und Rathaus-Parkplatz entsteht, geht die Stadt gegen die eklatante Raumnot an, die seit langem in ihrem Gymnasium herrscht und die den gut 1100 Schüler und über 70 Lehrern das (Schul-)Leben schwer macht. "Das Gebäude wurde seinerzeit für für dreizügigen Betrieb konzipiert. Heute sind wir mindestens sechszügig", erläutert Angelika Stöcker.

Da musste also dringend etwas passieren, zumal die Ausweichkapazitäten mit der Unterbringung der Orientierungsstufe in der ehemaligen Grundschule an der Martin-Luther-Straße auch bereits längst ausgereizt sind. 14 Klassenräume kommen nun hinzu, zwei davon sind für den Informatik-Unterricht reserviert. Untergebracht sind sie hinter Sichtbeton- und Glasfassaden, die eine optische Anbindung an den vorhandenen Baukörper herstellen.

Rund vier Millionen Euro sind für das Bauprojekt eingeplant. Eine fette Summe Geldes, gerade jetzt, da die öffentlichen Kassen unter akuter Schwindsucht leiden. "Ich bin wirklich froh, dass wir die Kurve noch gekriegt und in diesem Jahr mit der Baumaßnahme angefangen haben", meint Angelika Stöcker.
Zumal durch die Umstellung der Landesförderung von projektbezogener Abrechnung auf pauschale Zuweisung für die jeweiligen Fachbereiche die Dinge nicht einfacher geworden sind. "Immerhin haben wird mit den Schulzentren in der Schlee und in Ratheim noch zwei weitere Großprojekte in Arbeit", gibt sie zu bedenken. Die Stadt muss den Löwenanteil für die Gymnasium-Erweiterung also aus der eigenen Tasche berappen. "Vom Land kommt gerade mal eine gute halbe Million Euro", sagt Angelika Stöcker.

Wenn alles nach Plan läuft und auch das Wetter den Baufirmen keinen Strich durch die Rechnung macht, soll der Erweiterungstrakt Ende kommenden Jahres fertig gestellt sein.