Wegberg-Wildenrath: Besserer Service für die Fahrgäste

Wegberg-Wildenrath : Besserer Service für die Fahrgäste

Seit sechs Jahren schon sorgen die ebenfalls in Wildenrath getesteten Heathrow-Express-Züge für eine schnelle Verbindung zwischen dem Flughafen und der Innenstadt von London.

Dieser Zug, der zu den zuverlässigsten in Großbritannien gehört, hat sich „als eine phantastische Referenz für Siemens erwiesen”, betonte am Donnerstag Dr. Dietrich G. Möller, der Leiter des für Triebzüge zuständigen Geschäftsgebietes Trains im Hause von Siemens Transportation Systems, bei einer Feier im Prüfzentrum.

Dort wurde - begleitet von einem Feuerwerk - auf dem großen Testring der „Rollout” des ersten Zuges vom Typ Desiro für den neuen Heathrow-Connect-Service zelebriert. Für Möller besteht keinen Zweifel daran, „dass wir mit dem Desiro nicht so viel Erfolg gehabt hätten, wenn der Heathrow Express nicht so prominent und erfolgreich gewesen wäre”.

„Wie guter Wein”

Auftraggeber für die fünf fünfteiligen Class 360/2-Züge ist der britische Flughafenbetreiber British Airport Authority (BAA). „Unsere Beziehung zur BAA ist wie guter Wein”, freute sich Möller, „sie wird im Laufe der Jahre immer besser.” Siemens hoffe sehr, mit der BAA noch lange zusammenarbeiten zu dürfen.

40 Millionen Euro

Die neuen elektrischen Triebzüge, deren Gesamtpreis mit 40 Millionen Euro beziffert wurde, sind für den Betrieb mit 25 Kilovolt Wechselstrom ausgestattet und erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 160 Stundenkilometern. Sie bieten jeweils 365 Passagieren einen Sitzplatz, sind vollklimatisiert und verfügen über akustische und optische Fahrgastinformationssysteme. Mit Blick auf Flugreisende wurde zusätzlicher Platz für Gepäck geschaffen.

„Besserer Service für die Fahrgäste”, dies sei das durch gemeinsame Arbeit erreichte Endziel, so Möller bei seiner Ansprache im List-Zentrum.

Die Züge sollen die Beförderungsleistung vom Heathrow Express auf der Strecke zwischen dem Großflughafen und dem Bahnhof Paddington erhöhen und im Westen von London zugleich fünf neue Haltestellen bedienen. Gebaut werden die Züge im Siemens-TS-Werk in Krefeld-Uerdingen. Der größte Teil der Inbetriebsetzungsarbeiten wird in Wildenrath erledigt.

Den modularen, das heißt auf einer Art von Baukastensystem basierenden Zügen liegt die Standardplattform vom Desiro zugrunde, die an die Anforderungen der einzelnen Betreiber angepasst werden kann. „Wir betrachten dieses Konzept als richtigen Weg nach vorn, nicht nur in Großbritannien, sondern in ganz Europa”, zeigte sich der Geschäftsgebietsleiter von Siemens TS überzeugt. „Dies ist wirklich die einzige Möglichkeit, wie die Schiene wirtschaftlich und wettbewerbsfähig bleiben kann.”