Heinsberg: Besonders Junge von Arbeitslosigkeit betroffen

Heinsberg : Besonders Junge von Arbeitslosigkeit betroffen

685 neue Arbeitslose registrierte die Heinsberger Geschäftsstelle des Arbeitsamtes Aachen Ende Juli. „Die Zahl ist erschreckend!”, zeichnet Manfred Rieger, der Leiter der Geschäftsstelle, ein düsteres Bild.

Noch nie sei in einem Berichtsmonat Juli eine solche Zunahme verzeichnet worden. Zwar werde durch die Ferienzeit, Quartalsentlassungen sowie Neumeldungen nach Schul- oder Ausbildungsende in jedem Juli mit einem Anstieg der Arbeitslosenzahl gerechnet, doch in diesem Jahr sei dies anders.

„Gerade der Zugang bei den jungen Leuten unter 25 Jahren ist mit 16,6 gegenüber dem Vorjahr frappierend. Im Augenblick werden wesentlich weniger Jugendliche nach Beendigung ihrer Ausbildung in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen.” Diejenigen, die als Schulabgänger ohne Abschluss auf den Arbeitsmarkt drängten, seien derzeit völlig chancenlos.

Trotz der Landes- und Bundesprogramme sei eine Vermittlung in einen Job in diesem Fall schier unmöglich. Nicht zuletzt aufgrund der schwachen Konjunktur seien Unternehmen kaum bereit und in der Lage, sich hier längerfristig zu binden. Dies belege auch die hohe Zahl der Kurzarbeiter von 214. Im letzten Jahr waren im Juli lediglich zehn Kurzarbeiter gemeldet.

Eine Kompensation der Freistellungen sei über den Markt im Augenblick nicht zu erreichen. Und ein Licht am Horizont kann Manfred Rieger noch nicht erkennen. Selbst wenn sich der von manchen Politikern prophezeite Aufschwung in der Konjunktur bewahrheiten sollte, dauere es mindestens ein halbes Jahr, bis sich dies auch in Form von Neueinstellungen niederschlage.

Überdies sei zu beobachten, dass sich die Firmenchefs ohnehin bei den Entscheidungen, ob jemand eingestellt werden solle oder nicht, mehr Zeit ließen als früher. Oft werde abgewartet, ob sich nicht vielleicht noch ein besserer Kandidat finde. Angesichts der Zunahme an Arbeitsuchenden durchaus nachvollziehbar.

Die 3304 Arbeitslosen in Riegers Zuständigkeitsbereich erstrecken sich in puncto Berufsausbildung auf alle Branchen. „Das geht querbeet und lässt sich nicht an einem Berufszweig festmachen.” Offene Stellen - 268 wurden am 31. Juli registriert - gebe es allerdings nach wie vor in den altbekannten Bereichen Gastronomie und hochqualifizierte Facharbeiter.

In der ersten Rubrik würden vor allem Hilfskräfte gesucht. Die fehlende Bereitschaft, auch in den Abendstunden sowie an Sonn- und Feiertagen zu arbeiten, führe hier zu einer ständigen Nachfrage an Personal.

Was die hochqualifizierten Facharbeiter anbelangt, komme die Erkenntnis zum Tragen, dass die durch das Arbeitsamt zu vermittelnden Bewerber oftmals leider nicht über die nötigen Voraussetzungen verfügten. Insgesamt konnten dennoch 275 Arbeitslose in diversen Unternehmen untergebracht werden. Die Arbeitslosenquote beträgt derzeit 8,3.