Heinsberg: „Bescherung” soll auch hinter Gittern möglich sein

Heinsberg : „Bescherung” soll auch hinter Gittern möglich sein

Die Seelsorger in der Justizvollzugsanstalt Heinsberg appellieren an die Spendenbereitschaft, um auch Inhaftierten ein kleines Weihnachtsgeschenk zu bescheren.

Gerade in der Vorweihnachtszeit liefen zahlreiche Hilfsaktionen für diejenigen, die unschuldig in Not geraten seien. In der JVA Heinsberg „sitzen” zwar Jugendliche, die aus eigenem Verschulden das Weihnachtsfest hinter Gittern verbringen müssen.

Dafür, dass aber auch an sie gedacht wird, sorgen die Seelsorger der JVA. Es werde immer schwieriger, für diejenigen, die mit ihren Straftaten anderen Schaden und Leid zugefügt hätten, die Spendenbereitschaft zu mobilisieren, so die Feststellung der Geistlichen.

Um so mehr freuten sie sich jetzt, dass auch in diesem Jahr eine Weihnachtspäckchen-Aktion der katholischen und evangelischen Pfarrgemeinden eröffnet werden konnte. Superintendent Klaus Eberl (Evangelischer Kirchenkreis Heinsberg-Jülich) und Pfarrer Ralf Schösser (St. Servatius Selfkant) überreichten in der JVA die ersten aus der Bevölkerung gespendeten Geschenke.

Die Seelsorger Friedel Beiten, Marian. W. Janke und Norbert Tillmannshöfer würdigten die schon traditionelle und dennoch keineswegs selbstverständliche „Bescherung” aus den Pfarrgemeinden. Im Beisein des Häftlings Mirco dankten sie den Kirchenrepräsentanten und allen, die dazu beitrügen, dass auch inhaftierte jugendliche Straftäter, die keinen Kontakt zur „Außenwelt” hätten, eine kleine Aufmerksamkeit zum Weihnachtsfest bekommen.

Friedel Beiten betonte, dass es für die Jugendlichen auch das Gefühl bedeute, dass auch außer dem Gefängnis-Seelsorger noch jemand für sie da sei. Denn es würden immer mehr, die von Zuhause und aus dem früheren Lebensumfeld weder Grüße noch Geschenke zum Fest bekämen.

„Schön, dass es Menschen gibt, die an diejenigen denken, die in unserer Gesellschaft fast keine Chance haben und in Vergessenheit geraten”, äußerte Norbert Tillmannshöfer die Hoffnung, dass die Übergabe erst der Anfang der Sammelaktion war.

Ab sofort werden die Geschenke oder auch Geldspenden in allen Pfarrgemeinden sowie von den Seelsorgern in der JVA entgegengenommen.

Im Namen aller Inhaftierten bedankte sich Mirco bei allen, die „für einen Lichtblick und Freude zur Weihnachtszeit im kalten Knast-Alltag” sorgen. Die JVA-Seelsorger sind in der JVA zu erreichen unter 02452/9210.