Kreis Heinsberg: Beratungsstellen Partner der Familienzentren

Kreis Heinsberg : Beratungsstellen Partner der Familienzentren

„Unsere Beratungsstellen sind ein grundlegender Partner der Familienzentren und ermöglichen den Eltern einen rechtzeitigen und frühzeitigen Zugang zu uns.” Diese Bilanz zogen Ferdinand Wimmer und Wilfried Voßen, die die Caritas-Beratungsstellen für Eltern, Kinder und Jugendliche in Erkelenz und Geilenkirchen leiten, nach zwei Jahren als Kooperationspartner von mittlerweile sechs beziehungsweise sieben Familienzentren im jeweiligen Einzugsbereich.

Als Kooperationspartner gehe es darum, möglichst frühzeitig beraterische Hilfen im Sinne des Präventionsgedankens am Ort der Betreuung des Kindes anzubieten, betonte Ferdinand Wimmer. „Wir gehen sozusagen einen Schritt auf die Eltern zu, um auch die zu erreichen, die Schwellenängste haben, unsere Beratungsstellen aufzusuchen.”

In den zwei Jahren habe sich gezeigt, dass die Eltern zunehmend das Angebot der offenen Sprechstunden als Erstkontakt im jeweiligen Familienzentrum nutzen würden. Zudem böte man informative Elternabende sowie Erziehungscafés als offener Elterntreff unter einem bestimmten Thema an. „In diesen Angeboten spiegeln sich die drei Blöcke unserer Arbeit, Prävention, Einzelfallarbeit und Vernetzung durch Kooperation wider”, so Ferdinand Wimmer.

Durch die offenen Sprechstunden in den Familienzentren würden die Eltern einen direkten Zugang zur Beratung finden. Manchmal seien es die Erzieher, die vermitteln und die Eltern auf die Möglichkeit der Beratung aufmerksam machen würden. „Die Erfahrung zeigt, dass vielfach den Eltern bereits mit einem Gespräch geholfen wird”, sagte Wilfried Voßen. Doch bei mehr als der Hälfte der Eltern komme ein längerer Kontakt zustande.

Sie kämen für eine intensivere Betreuung in die Beratungsstellen. „Uns geht es auch darum, dass in den Familienzentren die Erziehungsberatung als etwas Selbstverständliches angesehen wird. Erziehungsberatung gehört zum Kindergarten dazu”, so Voßen. Man wolle den Eltern signalisieren, dass Alltagsschwierigkeiten und Erziehungsprobleme alle Eltern betreffen.

Die Beweggründe, die Sprechstunde aufzusuchen, seien ganz gemischt, angefangen bei der Frage nach der altersgemäßen Entwicklung des Kindes über Auffälligkeiten im Sozialverhalten bis hin zu Ablöseproblemen, familiären Problemen und unterschiedlichen Erziehungsvorstellungen der Eltern. Die offenen Sprechstunden würden darüber hinaus auch von den Erziehern genutzt, um fachliche Probleme zu besprechen.

„Als Kooperationspartner der Familienzentren sind wir gut geeignet, weil in unseren Teams verschiedene Fachrichtungen aus der Sozialpädagogik, Heilpädagogik und Psychologe vertreten sind”, fuhr Ferdinand Wimmer fort. Wünschenswert sei deshalb der Ausbau weiterer Kindertagesstätten zu Familienzentren in Kooperation mit den Beratungsstellen. „Dies setzt jedoch eine Aufstockung unseres Personals voraus. Mit jeweils vier vollen Fachkraftstellen in Erkelenz und Geilenkirchen ist das nicht zu leisten”, so Wimmer.

Zumal man im letzten Jahr zusammen insgesamt 1600 Familien betreut habe.