„Beispielhafte Behindertenarbeit”

„Beispielhafte Behindertenarbeit”

Kreis Heinsberg. Mehr Lebensqualität für weniger Geld ist das Ziel: Als "weiteren Mosaikstein in einer beispielhaften Behindertenarbeit mit vielfältigen Aufgaben" bezeichnete Landrat Stephan Pusch die jetzt eröffnete Koordinierungs-, Kontakt- und Beratungsstelle (KoKoBe) Kreis Heinsberg.

Ab sofort bekommen dort vor allem geistig behinderte Menschen Beratung, Unterstützung und Motivation zum selbstständigen Leben in der eigenen Wohnung. Träger der Beratungsstelle in der Parkstraße 26 in Heinsberg-Oberbruch sind die Lebenshilfe für Behinderte e.V. und die Gangelter Einrichtungen Maria Hilf.

Initiiert und jährlich mit 100 000 Euro gefördert wird sie vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) als überörtlichem Träger der Sozialhilfe.

Ursula Siemes, stellvertretende Geschäftsführerin der Lebenshilfe, begrüßte zur Eröffnung auch Ursula Gärtner, Abteilungsleiterin im Rheinischen Sozialamt, Geschäftsführer Dieter Erfurt von der Maria Hilf GmbH sowie den Lebenshilfe-Vorsitzende Hans-Willy van Kann und weitere Repräsentanten der Träger.

Gärtner sprach von einem bisher bestehenden Automatismus, wonach eine Behinderung zugleich das Leben in einem Wohnheim bedeutet. Damit soll nun Schluss gemacht und gleichzeitig mehr Lebensqualität verschafft und Geld gespart werden. Denn selbstständiges Wohnen sei mit 16.000 Euro jährlich deutlich kostengünstiger als ein 38.000 Euro teurer Heimplatz. Es sei zudem von vielen gewünscht und bedeute mehr Lebensqualität.

Im Zuständigkeitsbereich des LVR leben rund 42.000 behinderte Menschen in Heimen, nur 11.000 in der eigenen Wohnung. Auf Kreisebene klafft ebenso eine große Lücke zwischen Heim und eigener Wohnng. Viele hatten bisher keine echte Wahlmöglichkeit, wo und wie sie leben möchten. Der Wunsch des Behinderten solle im Vordergrund stehen, betonte Gärtner, dass der LVR auf die Träger vor Ort und das gegenseitige unterstützen und austauschen angewiesen sind.

Dieter Erfurt erinnerte an die lange Tradition der Zusammenarbeit zwischen den Gangelter Einrichtungen und der Lebenshilfe. So sei die Verwirklichung der gemeinsamen Beratungsstelle im Sinne der gemeinsamen Ziele ein logischer Schritt.

Für die Lebenshilfe stellte Vorsitzender Hans-Willy van Kann die Bedeutung der sich noch in der Aufbauphase befindenden ambulanten Angebote der Eingliederungshilfe für Behinderte und deren Angehörige heraus. Dazu solle die Koodinierungs-, Kontakt- und Beratungsstelle einen wichtigen Beitrag leisten. Für die Lebenshilfe sei es selbstverständlich, sich dieser Aufgabe zu stellen.

Als zuständige Mitarbeiterinnen stellte er Brigitte Helten und Ilka Gerigk vor. Sie wollen betroffene Menschen und deren Angehörige zum selbstständigen Leben motivieren und dabei unterstützen. Zum Hilfsangebot gehören Antragstellung, die Suche nach Freizeitangeboten, Informationen zu örtlichen Unterstützungsmöglichkeiten und die kreisweite Koordination der ambulanten Hilfen ein.

Die Öffnungszeiten der Koordinierungs-, Kontakt- und Beratungsstelle in Heinsberg-Oberbruch an der Parkstraße 26: montags von 9 bis 11 Uhr, dienstags nach Vereinbarung, mittwochs von 11 bis 13 Uhr, donnerstags von 17 bis 19 Uhr, freitags von 14 bis 16 Uhr sowie an jedem ersten Samstag im Monat von 9 bis 12Uhr.

Für Anfragen und Terminvereinbarungen stehen Brigitte Helten (02452/969720) und Ilka Gerigk (02454/59413) zur Verfügung.