Selfkant/Heinsberg: Bei Tourismus und Nahrung Farbe bekannt

Selfkant/Heinsberg : Bei Tourismus und Nahrung Farbe bekannt

„Es ist mir eine große Freude, zum dritten Mal die westlichste Gemeinde Deutschlands besuchen zu dürfen. Gerne will ich einen Beitrag dazu leisten, vor allem die touristische Entwicklung im Selfkant zu stärken”, schrieb Ernst Burgbacher, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, ins goldene Buch der Gemeinde Selfkant.

Bürgermeister Herbert Corsten begrüßte im Rathaus ebenfalls Petra Müller, (MdB) aus Aachen. Corsten stellte dabei den Zweckverband „Der Selfkant” vor und erläuterte grenzüberschreitende Maßnahmen wie den Verbund „Euromosa”.

Besonders in der engen Zusammenarbeit mit den Grenznachbarn aus den Niederlanden und Belgien sah Burgbacher den richtigen Weg in Sachen Tourismus für die Region. „Ich komme immer wieder gerne hierher, besonders die Gärten faszinieren mich”, so der Staatssekretär.

Im Bauernmuseum begrüßte FDP-Kreisvorsitzender Andreas Rademachers rund 40 Personen, die gespannt das Referat des Politikers mit dem Titel „Tourismus - eine Chance für den Selfkant” verfolgten. Burgbacher betrachtet in diesem Zusammenhang die Steuerminderung für Hotels als sinnvoll. Er hätte sich sogar eine Senkung für die gesamte Gastronomie gewünscht.

„Noch liegen nicht alle Zahlen vor, aber es wurden in der Tourismusbranche aufgrund der Steuersenkung neue Arbeitsplätze geschaffen, besonders viele Auszubildende werden eingestellt”, verkündete er. „Wir müssen uns dem internationalen Wettbewerb stellen, wir müssen Qualität und Service deutlich steigern”, blickte Burgbacher in die Zukunft und sah ebenfalls in der Abschaffung der Trinkgeldversteuerung, initiiert durch die FDP, aus dem Jahre 2002 eine mehr als sinnvolle Tat.

„Der Tourismusgedanken hat sich geändert. Früher wurde mit der Bräune angegeben, heute fragt man: Wieviel Kilometer bist du geradelt oder gewandert?” Der Politiker sieht den Selfkant als „optimales Radfahr- und Wandergebiet. Hier hat der Selfkant eine große Chance”, so der Schwarzwälder. Er blickte dabei zur Werbekampagne anlässlich der Fußballweltmeisterschaft 2006. „Das sitzt in den Köpfen fest”, stellte Burgbacher fest. Nicht nur seine Heimat Schwarzwald habe einen weiteren Boom hierdurch erfahren.

In der anschließenden Diskussionsrunde unterstrichen alle Teilnehmer die Chance, den Selfkant in touristischer Hinsicht voran zu bringen, wobei nicht nur Lilian Philippen die starre Bürokratie als arges Hindernis ansah. „Da sollte mit dem Kennedy-Marsch eine sehr große Menschenmenge durch den Selfkant wandern, aber es scheitert an fehlenden Polizisten für die Straßenüberquerung. In den Niederlanden geht alles viel problemloser, kurzerhand wurde die Strecke umgeleitet und Tschüss Selfkant sagten die Veranstalter”, klagte Philippen.

Vor dem Besuch im Selfkant stand für Ernst Burgbacher ein besonderer Termin auf dem Plan - bei GNT in Heinsberg. Das Unternehmen ist ein weltweit führender Betrieb zur Herstellung färbender Lebensmittel aus natürlichen Frucht- und Gemüsekonzentraten für die weiterverarbeitende Lebensmittelindustrie.

Die Herstellung natürlicher Farbstoffe aus Lebensmitteln weckte die Neugier des Politikers. „Das war hochinteressant, etwas, das ich so in dieser Form nicht kannte. Spannend von der Produktion und von der Anwendung. Dies zeigt, wozu mittelständische Unternehmen bei uns fähig sind. Ich war total begeistert von einem sehr kompetenten Team. Das ist das, was Deutschland braucht - die Innovation”, so Burgbacher.

FDP-Kreisvorsitzender Andreas Rademachers freute sich, dass die Firma ihren Sitz in Heinsberg habe. „Natürlich ist so eine Herstellung teuer. Wir reden hier schon von Millionenbeträgen, aber letztlich auf das kleine Gummibärchen runtergerechnet sind es nur kleine Cent-Beträge. Die Verbraucher werden bereit sein, etwas mehr zu investieren, wenn sie ein gesundes Lebensmittel bekommen”, sieht Rademachers hier die Zukunft.