Erkelenz-Katzem: Bei schönem Wetter mit Zwischengas

Erkelenz-Katzem : Bei schönem Wetter mit Zwischengas

„Nur mit den Augen und nicht mit den Fingern gucken!” lautete die Devise für die Zuschauer der elften Oldtimerrallye im Rahmen des Powerwochenendes der Katzemer Vereinsgemeinschaft.

Denn bevor sich die Vehikel auf die rund 115 Kilometer lange Strecke durch den Kreis Heinsberg und die angrenzenden Gebiete machten, konnten sie ausgiebig in Augenschein genommen werden. Dabei herrschte eine beinahe familiäre Atmosphäre, da viele der Rallyeteilnehmer schon seit der ersten Rallye vor elf Jahren dabei sind. Rund 90 Automobile und Motorräder, die mindestens 26 Jahre auf dem motorisierten Buckel hatten, waren da zu bewundern.

Dabei reichte das Spektrum von Autos, die auf den ersten Blick nicht wirklich alt wirkten, bis hin zu Schätzchen aus den 20er- und 30er-Jahren. Darunter waren auch seltene Fahrzeuge wie der Jensen 541 R, von dem in den 60er-Jahren in Großbritannien gerade einmal 193 Stück gebaut worden waren. Das Modell, mit dem der Brachelener Andreas Küppers an der Rallye teilnahm, war das 144. Exemplar der Mini-Baureihe, die mit einem für damalige Verhältnisse sportlichen Austin-Motor ausgestattet war.

Gleich nebenan stand der 67er-MG B-Roadster von Franz-Josef Senger. Nicht ohne Stolz erklärte der Lövenicher gerne und ausführlich jedem Interessierten, was er alles schon an dem Sportklassiker geschraubt und renoviert hat. „Englische Sportwagen sind eben eine Klasse für sich”, schwärmte der 69-jährige, der sein Schätzchen, nach dem er lange gesucht hatte, seit rund zehn Jahren hegt und pflegt. Dabei hat er alle Arbeiten dokumentiert, damit man ihm nicht nachsagen kann, er habe keine Originalersatzteile verwendet.

Sein MG ist natürlich ein „reines Schönwetterfahrzeug”, dessen Eigenarten wie Zwischengas beim Schalten und fehlende Lenkverstärkung er nicht missen möchte. Doch auch geläufigere Fahrzeuge wie der Audi 80, Ford Escort oder der NSU Prinz, die manchem Autofahrer noch heute in aktiver Erinnerung sind, zählen heute schon zu den Oldtimern.

Die meisten der Fahrzeuge werden nur zu speziellen Anlässenaus der sicheren Garage geholt. Anders ist es bem Wegberger Thomas Fuchs, der nicht ohne Stolz erklärte, dass sein Sechszylinder-BMW 501 „seit 1960 nonstop unterwegs” sei. Fuchs ist einer der Autonarren, die ihren Wagen nicht aussehen lassen wollen, als ob er gerade erst die Montagehalle verlassen hat. Seiner Meinung nach solle man dem Auto das Alter ansehen. Und so stach sein BMW aus der Reihe der hochglanzpolierten Schätze geradezu heraus.

Im Bürgersaal erteilte Heinz-Leo Schleuter letzte Instruktionen, bevor sich die Schnauferl-Parade langsam auf den Weg machte. Starter Nummer ein, Hans-Günter Dahlmanns aus Katzem, musste direkt ordentlich vorglühen, bevor sich der Motor seines Mercedes Baujahr 1966 endlich rührte. Nachmittags trudelten die ersten Rallyeteilnehmer wieder am Bürgersaal ein, wo sie mit Kaffee und Kuchen erwartet wurden. Alle Teilnehmer meisterten die 115-Kilometerstrecke ohne technische Probleme oder Ausfälle.

In der Gesamtwertung siegte Manfred Mertens vor Alexander Kremer. In der Klasse Autos bis 1960 siegte Gottfried Schwaner vor Karl Cosler und Georg Becker. Bei den Baujahren ab 1960 siegte Michael Pangels vor Alexander Kremer und Hermann-Josef Mertens. Bei den Motorrädern setzte sich Heinz-Leo Schumacher durch. Den Preis für das schönste Auto erhielt der Porsche von Manfred Klingen.