Wegberg: Bei Historikern regnet es Blätter

Wegberg : Bei Historikern regnet es Blätter

Die Herbststürme fegen derzeit übers Land und wirbeln die Blätter von den Bäumen. Federleicht tanzt das bunte Herbstlaub durch die Luft und bietet dem Betrachter einen farbenfrohen Anblick.

Aber nicht nur der Wind alleine sorgt für zahlreiches Blattwerk. Wenn der Historische Verein Wegberg die Pforten seiner Bücherei öffnet, kann man sich vor „Blättern” nicht mehr retten.

Erzählt Vorstandsmitglied Karl-August Ostendorf mit glänzenden Augen von seinen „Blättern”, meint er natürlich die große Büchersammlung, die der Historische Verein im Begegnungszentrum hortet.

Immer an Allerheiligen laden die „Historiker” zu einer Bücherbörse ein und geben ihre „Schätze” der Öffentlichkeit preis. „Ortsliteratur und Regionalgeschichten machen den Hauptbestandteil unseres Antiquariats aus”, erklärte Manfred Langela, dem die Leitung des vielfältigen Bücherbasars übertragen wurde.

So bot der komplexe Buchbestand neben dem Vereinsheft Berker Bote und der Sonderreihe „Unterwegs in Wegberg” auch Werke von Wegberger Autoren wie von Maria Billmann, Dr. Walter Klötzer, Josefine Heinrichs oder der Lehrerfamilie Herbrand. Wer sich für die lokale Vereinsgeschichte interessierte, fand unter anderem auch Lektüren von ortsansässigen Sportvereinen oder Spielmannszügen.

Einen besonderen Augenschmaus stellten einige altertümliche Postkarten der Stadtgebiete Wegberg, Hückelhoven und Erkelenz aus den Jahren 1903 bis 1920 dar. Zunächst wurden die Sehenswürdigkeiten der einzelnen Ortschaften handgemalt und später fotografisch auf den Frontseiten der Karten abgebildet.

„Anhand des Poststempels, der sogar die Uhrzeit der Abholung und Ankunft dokumentiert, erkennt man, dass die Karte zum Beispiel von Wegberg nach Trier an einem Tag zugestellt werden konnte”, erklärte Manfred Langela an einem besonders urigen Exemplar.

Bei der Bücherbörse kamen jedoch nicht nur die Heimatvertrauten auf ihre Kosten, denn auch mit Kochbüchern, Reiseführern oder allgemeiner Geschichtsliteratur konnten die Bücherwürmer begeisterte Leseratten fesseln. Die katholische Bücherei aus Merbeck beteiligte sich ebenfalls mit vielfältiger Literatur, die zum Schmökern einlud.

Spannenden, kindgerechten und vor allem autobiografischen Lesestoff hatte Kinderbuchautorin Maria Strebel aus Arsbeck in petto. Mit ihrem ersten Kinderbuch „Dina und Nicki - eine tierische Begegnung” löste sie bei vielen jungen Lesern eine Welle der Begeisterung aus.

„Ich möchte der uns überflutenden Medienwelt ein Stück weit entgegenwirken und die Kinder wieder zum Lesen bewegen”, argumentierte die Autorin, die in ihrem Buch Angorakatze Dina und Zwerghase Nicki abenteuern lässt. Im Bereich internationale Ahnenforschung konnte Vereinsmitglied Sibylle Cremer einen Beitrag leisten.

Gemeinsam mit dem Heimatverein der Erkelenzer Lande hat sie eine genealogische Datenbank auf CD-Rom entwickelt, auf der, chronologisch nach Orten und Jahren aufgelistet, unter anderem Geburten, Taufen und auch standesamtliche Trauungen festgehalten wurden.