Wassenberg: Bei den „Patres” fließt Bier in Strömen

Wassenberg : Bei den „Patres” fließt Bier in Strömen

Mit einer Fülle spezieller Attraktionen, eingebettet in die Reihe der etwa 100 Marktstände auf den Straßen und Plätzen der historischen Innenstadt, wird der „Kapuzinermarkt 2004” besonders anziehend sein.

Er findet statt am Sonntag, 9. Mai, von 11 bis 20 Uhr.

Die Hauptattraktion, die der Gewerbeverein Wassenberg in Zusammenarbeit mit Marktbeschicker Leines zu bieten hat, ist ein lustiges „Zauberbad”, das Spaß und Unterhaltung garantiert mit seinen „mittelalterlichen” Methoden.

Der Salzhändler, der Drechsler und viele weitere alte Handwerke, die es heute nicht mehr gibt, erinnern an die Handwerkskunst unserer Vorfahren, die das gewerbliche Leben in einem Marktflecken wie Wassenberg bestimmten. Die Papageno-Vogelflöten und die Flötisten selber sorgen für frühlingshafte Atmosphäre.

Der Markt erstreckt sich von der Volksbank bis zum Parkplatz an der früheren Burg-Apotheke, die Kirchstraße hoch bis zum Großen Wehrturm und über den Roßtorplatz sowie den Kapuzinerplatz an der Kreissparkasse. Auf dem Kapuzinerplatz spielt sich diesmal eine besondere Aktion des Heimatvereins Wassenberg ab.

Es ist die Einweihung der Gedenktafel, die an der Südseite des ehemaligen, heute noch in großen Teilen erhaltenen Kapuzinerklosters in unmittelbarer Nachbarschaft der Kreissparkassen-Filialdirektion angebracht wird.

Hier wirkten von 1654 bis zur Schließung des Klosters durch napoleonisches Dekret von 1802 die Kapuziner-Patres.

Das Wirken der lebensbejahenden Patres war beachtlich. Sie sorgten nicht für für geistige Nahrung: Sie förderten auch das gewerbliche Leben durch ihre „Pape-Kirmes”, die im Spätherbst im südlichen Teil von Wassenberg gefeiert wurde.

Die Kapuziner wussten, was den Leuten gut tat und das Gewerbe förderte. Zum Dank dafür wurde bereits Ende der 70er Jahre durch den Gewerbeverein auf Anregung von Heimatvereinsmitgliedern der sommerliche Markt mit dem Namen „Kapuzinermarkt” versehen.

Die Schützenbruderschaft St. Georgius und vor allem ihr Ehrenvorsitzender Hanns Heidemanns belebten dafür den sommerlichen Markt noch mit ihrer „Kapuzinerklause” im Torbogen des historischen Hauses Heidemanns.

Die „Mönche” servieren persönlich, die Frauen backen ununterbrochen Zwiebelkuchen und bereiten Käse- und Schinkenbrote. Das Bier fließt in Strömen.

Bei der Einweihung der Gedenktafel um 10 Uhr hält Hanns Heidemanns einen kurzen Vortrag über das Wirken der Kapuzinerpatres. Die Tafel segnet Propst i.R. Hugo Niessen.

Danach geht es geschlossen zur „Klause” zum Höhepunkt des Fest- und Marktgeschehens. Die Gastronomie ist auf den Ansturm der Besucher bestens vorbereitet.

Bereits am Samstag, 8. Mai, bis Sonntag, 9. Mai, 24 Uhr, ist die Innenstadt für den Durchgangsverkehr gesperrt. Die Umleitungen sind gekennzeichnet.