Kreis Heinsberg: Bahnlinie Heinsberg - Lindern: Viel Lob, aber auch Widerstand

Kreis Heinsberg : Bahnlinie Heinsberg - Lindern: Viel Lob, aber auch Widerstand

Viel Lob von der Politik für die Planer aus Verwaltung, Verkehrsverbünden und Unternehmen gab es am Montagabend im Ausschuss für Umwelt und Verkehr.

Dieser tagte unter Vorsitz von Dr. Gerd Hachen im Heinsberger Kreishaus und ließ sich über die geplante Reaktivierung der Bahnlinie zwischen Heinsberg und Geilenkirchen-Lindern unterrichten. Wie bereits nach der AVV-Verbandsversammlung im März berichtet, sollen im Dezember 2012 die ersten Züge rollen - exakt zum Fahrplanwechsel am 16. Dezember 2012.

Ab dann sollen im Stundentakt leichte Elektro-Gliederzug-Triebwagen der Baureihe 425 mit Tempo 80 auf der Strecke unterwegs sein. 16 Minuten dauert die Fahrt. Und wer als Heinsberger nach Aachen will oder aus Aachen kommt, kann gleich im Wagen sitzen bleiben: Die Fahrzeuge werden in Lindern an- oder abgekoppelt. Denn die Strecke Heinsberg - Lindern wird ein Flügel der Regionalbahn (RB) 33 Aachen - Mönchengladbach - Duisburg. Die Gesamtfahrzeit von Heinsberg nach Aachen oder retour liegt bei 50 Minuten. Heinsberger Fahrgäste mit Ziel Mönchengladbach müssen umsteigen in Lindern und benötigen hin 46 und zurück - wegen schlechterer Anschlusszeiten - 66 Minuten.

Die zwölf Kilometer lange Strecke zwischen den Bahnhöfen Lindern und Heinsberg wird nach DB-Standard elektrifiziert. Haltepunkte wird es auch in Randerath, Horst, Porselen, Dremmen, Oberbruch und am Kreishaus geben; mit Wartehäuschen, Fahrscheinautomaten, Videoüberwachung und barrierefreiem Zugang. 17 Übergänge sind technisch zu sichern. Auf der 1890 gegründeten Heinsberger Bahn war 1980 der Personenverkehr eingestellt worden. Zwischen Lindern und Oberbruch verkehren weiter Güterzüge. So ist dort der Gleisoberbau intakt.

Zwischen Oberbruch und Heinsberg wird es hingegen einen Neuaufbau geben müssen - auf vorhandener Strecke, deshalb genehmigungsfrei. Allerdings sind für eine ganze Reihe von Maßnahmen im Zuge des Projekts Planfeststellungsverfahren erforderlich. Die Verträge seien ausgehandelt, die Finanzierung stehe, so wurde betont. Es gebe keinen Zweifel, dass diese neue Linie einschlagen werde. Eine optimierte Vernetzung zwischen Bus und Bahn ist das erklärte Ziel. Und Parkplätze sollen gebaut werden.

Im Juni wird das Eigentum der Strecke von DB Netz an West Energie und Verkehr übertragen. Für den Betrieb der Infrastruktur wird die Rurtalbahn verantwortlich zeichnen - überwacht von einem Bedienplatz in Düren aus. Befahren wird die Linie zunächst (wie die RB33) von der DB. Allerdings ist 2013 eine europaweite Ausschreibung für die RB33 samt Flügel nach Heinsberg vorgesehen.

Wie im Verkehrsausschuss mitgeteilt wurde, seien zwei Bürgerinformationsveranstaltungen geplant, eine in Heinsberg und eine im Raum Geilenkirchen. Formuliert wurde auch ein Appell zum Schulterschluss, denn - so war zu hören - es formiere sich bereits Widerstand entlang der Strecke. Auch die Schließzeiten am Bahnübergang in Lindern sorgten schon für Gesprächsstoff.