Kreis Düren: Badesaison: Hoch Gerd als letzter Hoffnungsträger

Kreis Düren : Badesaison: Hoch Gerd als letzter Hoffnungsträger

Temperaturen von über 30 Grad, und das sogar über mehrere Tage. Darauf haben die Badesee- und Freibad-Betreiber im bisherigen Ein-Tage-Sommer 2016 lange warten müssen. Ob das Sommersonnenhoch Gerd die bislang verkorkste Saison noch retten kann?

Jörg Tobek vom Echtzer See ist da eher pessimistisch. „Der Badebetrieb in diesem Sommer war einfach miserabel“, betont er. Tobek geht aktuell von einem Besucherrückgang gegenüber dem Vorjahr von etwa 35 Prozent aus.

Das entspricht etwa 12.000 Besuchern und hinterlässt ein Loch allein bei den Eintrittseinnahmen von mehr als 25.000 Euro in der Kasse des Pächters. Ob sich die Leute nach den Sommerferien noch einmal aufraffen werden, um an den See zu fahren? Tobek ist eher skeptisch, will die Hoffnung aber noch nicht aufgeben.

Auch Klaus Schüller, seit 31 Jahren Leiter des Gürzenicher Badesees, weiß aus Erfahrung: „Die Dürener brauchen immer zwei bis drei Tage, bis sie merken, dass sie an den See gehen können.“ Dabei braucht Ende August niemand mehr darauf zu warten, dass die Sonne das Wasser erst noch aufheizt. Im Gürzenicher See liegt die Wassertemperatur aktuell bei über 20 Grad, im Echtzer See sogar über 22 Grad.

Bislang blickt Klaus Schüller auf eine durchwachsene Saison. „Wir liegen aktuell bei rund 25.000 Besuchern“, erklärt der 61-Jährige. In sehr guten Jahren sind es bis zu 60.000, in durchschnittlichen etwa 40.000. „Dieses Ziel können wir mit einer schönen Woche sicher noch erreichen“, ist Schüller zuversichtlich.

Denn an Spitzentagen tummeln sich gerne auch schon mal bis zu 10.000 Badegäste an „Dürens Adria“. Schüller vergleicht den Sommer 2016 mit dem vor zwei Jahren. Auch 2014 verlief die Saison bis Ende August schleppend, schaffte dann aber noch die Wende.

Dass sich das Defizit am Gürzenicher See trotz der bisher mäßigen Besucherzahl in überschaubaren Grenzen hält, liegt an der Vielzahl der Honorarkräfte, die nur bei gutem Wetter bezahlt werden müssen, wenn sie auch benötigt werden, erklärt Schüller.

Dank des großen Einsatzes ehrenamtlicher Helfer kommt auch der 2015 gegründete Förderverein Freibad Vossenack noch über die Runden, obwohl die Besucherzahl im Eifelort mit bislang knapp 7000 noch nicht einmal die Hälfte des Vorjahres (14.000) erreicht hat, berichtet Geschäftsführer Anselm Heiß. „Mit unserer neuen Solaranlage haben wir zudem die Heizkosten senken können.“ Aktuell lockt das Vossenacker Bad mit 24 Grad Wassertemperatur.

Das schlechte Wetter hat auch im Heimbacher Freibad die Besucherzahlen in diesem Sommer einbrechen lassen. Aktuell liegt das Bad bei rund 50 Prozent des Vorjahreswertes von 30.000.

„Wir hoffen, das wir mit den kommenden Tagen die 20.000er Marke noch knacken können“, erklärt Sven Pütz von der Stadtverwaltung. Wie groß das Defizit und damit die Mehrkosten für den städtischen Haushalt sein werden, will er noch nicht abschätzen. Klar ist nur: Der Zuschussbedarf wird 2016 steigen.

Denn das Ende der Saison ist absehbar. „Wir haben aber noch keinen Termin und werden kurzfristig je nach Wetterlage entscheiden“, kündigt Pütz an. In Vossenack hat der Trägerverein den 11. September ins Auge gefasst. „Bei extrem gutem Wetter aber würden wir vielleicht verlängern“, betont Anselm Heiß.

Am Gürzenicher Badesee ist traditionell am 15. September Schluss, maximal ein paar Tage später, erklärt Klaus Schüller. Länger geht nicht. Denn für die ADAC- Motorboot-Rennen am 24. und 25. September müssen die Bojenketten, die den Schwimmbereich markieren, aus dem Wasser geholt werden.

Und ohne Abgrenzung darf der Bereich, der etwa zehn Prozent der Gesamtseefläche (350.000 Quadratmeter) ausmacht, nicht mehr genutzt werden. Nur am Echtzer See könnten Sonnenhungrige auch noch einen goldenen Oktober genießen. „Wir werden wohl noch bis Mitte der Herbstferien geöffnet haben“, kündigt Tobek an.