B221n: Grüne sehen keinen Grund zur Verzögerung

B221n: Grüne sehen keinen Grund zur Verzögerung

Kreis Heinsberg. Entgegen wiederholt zu hörender Ansichten aus anderem Munde sehen die Wassenberger Landtagsabgeordnete Dr. Ruth Seidl und die Geilenkirchener Bundestagsabgeordnete Christa Nickels von den Grünen keinen zwingenden Grund für eine Verzögerung des Neubaus der B 221 n.

Nach Auskunft des Landesbetriebes Straßenbaus seien drei der vier Ortsumgehungen, nämlich die Teilabschnitte Arsbeck, Wildenrath und Wassenberg, unabhängig vom Bau der in Diskussion stehenden Rurquerung innerhalb der Ortsumgehung Unterbruch bereits kurzfristig realisierbar, erklärten sie am Freitag.

Voraussetzung dafür sei die Einstufung aller vier Teilabschnitte der B 221 n durch die Bundesregierung in den „Vordringlichen Bedarf” des neuen Bundesverkehrswegeplans.

Nach diesem Anfang 2004 zu erwartenden Beschluss des Bundes bestünde ein uneingeschränkter Planungsauftrag zur Realisierung bis spätestens bis zum Jahr 2015, und es sei sicherlich, dass die entsprechenden finanziellen Mittel durch den Bund zur Verfügung gestellt würden.

Alle vier Abschnitte im vordringlichen Bedarf

Die Landesregierung - blickten die Grünen zurück - habe mit Beschluss vom 13. Mai in ihrer Stellungnahme zum Bundesverkehrswegeplan die Einstufung aller vier Ortsumgehungen in den vordringlichen Bedarf beschlossen. Was den Teilabschnitt der Ortsumgehung Unterbruch angehe, in dem die Rurquerung der B 221 n erfolgen soll, sei zudem im Kabinettsbeschluss ein Textvermerk aufgenommen worden mit dem Wortlaut:

„Durch die Straße werden große Überschwemmungsgebiete der Rur und Wurm gequert. Die bisher linienbestimmte Trasse führt zur erheblichen Beeinträchtigung der Ruraue. Für die weitere Planung ist als kürzeste Rurauenquerung die Alternativstrasse mit Anbindung südlich von Garsbeck zugrunde zu legen. Die Querung von Rur und Wurm erfolgt geständert.”

Dazu sagte Ruth Seidl: „In den Verhandlungen mit der SPD zu den Prioritäten des Landes NRW zum Bundesverkehrswegeplan 2003 haben wir Grüne uns bei allen vier Ortsumgehungen der B 221 für eine Einstufung in die höchste Planungskategorie des ,Vordringlichen Bedarfes eingesetzt. Dies ist uns auch gelungen.

Allerdings halte ich es ebenso für notwendig, die Rurauen umwelt- und landschaftsverträglich zu queren. Dies gilt insbesondere hinsichtlich des Hochwasserschutzes, der bei der jetzigen Querung durch die so genannte Bürgermeistertrasse nur unzulänglich gewährleistet ist.

Hier sollte entsprechend dem von der Landesregierung beschlossenen Textvermerk nachgebessert werden. Da mit einem Realisierungsbeginn der Ortsumgehungen Arsbeck, Wildenrath und Wassenberg frühestens im Jahr 2006 zu rechnen ist, bleibt dem Landesbetrieb Straßenbau genügend Zeit, die ökologisch vertretbare Linie der Rurquerung zu überplanen.

Bei Realisierung der bereits untersuchten Alternativtrasse südlich von Garsbeck müsste zudem kein neues Linienbestimmungsverfahren eingeleitet werden. Eine zügige Realisierung setzt aber auch voraus, dass die Stadt Hückelhoven ihre Haltung aufgibt, dass unter keinen Umständen die B 221 n über Hückelhovener Stadtgebiet zu verlaufen hat.”

„Aus Sicht von Natur und Landschaft sehr kritisch”

Christa Nickels ergänzte in der aktuellen Presseerklärung der Grünen vom Freitag: „Bereits Ende 2001 hat das Bundesumweltministerium in einem Schreiben an das Landesverkehrsministerium im Zusammenhang mit der Linienführung der Ortsumgehung Wassenberg um eine erneute Überplanung des aus Sicht von Natur und Landschaft sehr kritischen Planungsabschnitts Unterbruch gebeten.

Der nun aufgenommene Vermerk der Landesregierung zur Rurquerung geht genau in die gleiche Richtung. Ich werde mich beim Bundesverkehrsministerium dafür einsetzen, dass der nun gefasste Beschluss der Landesregierung bezüglich der B 221 n schnellstmöglichst umgesetzt wird und es zu keiner Verzögerung des Neubaus kommt.”