Kreis Heinsberg: Ausstellung: Der Weg des Holzes vom Wald ins Wohnzimmer

Kreis Heinsberg : Ausstellung: Der Weg des Holzes vom Wald ins Wohnzimmer

Den Weg des Holzes vom Wald ins Wohnzimmer zeichnet die Ausstellung der Mini-Gesellenstücke im Berufskolleg Ernährung — Sozialwesen — Technik des Kreises Heinsberg in Geilenkirchen auf. Damit wird die lange Tradition fortgesetzt, die diese Leistungsschau der Auszubildenden hat.

Es handelt sich um eine Kooperation zwischen dem Berufskolleg und den Ausbildungsbetrieben der Tischler-Innung. „Seit vielen Jahren geben wir mit dem Projekt die Möglichkeit, sich auf einen Teil der Gesellenprüfung besonders vorzubereiten“, erklärte Klassenlehrer Christian Krause.

Stolz sind die Auszubildenden des Tischler-Handwerks auf ihre gelungenen Mini-Gesellenstücke.
Stolz sind die Auszubildenden des Tischler-Handwerks auf ihre gelungenen Mini-Gesellenstücke. Foto: Markus Bienwald

Damit ist der Bau des Gesellenstücks am Ende der Lehrzeit gemeint. Um den Tischler-Nachwuchs bestmöglich darauf einzustimmen, bieten das Berufskolleg Geilenkirchen, die Handwerkskammer Aachen und die teilnehmenden Ausbildungsbetriebe der Innung eine hervorragende Möglichkeit, die Praxis zu trainieren. Nach dem Gestaltungsseminar an der Akademie Gut Rosenberg in Aachen-Horbach standen die Ideen fest, in der Schule wurden alle nötigen Unterlagen erstellt, und in den Betrieben wuchs die Idee vom Papier zum fertigen Möbelstück.

Doch bevor die durchweg originellen und eindrucksvollen Entwürfe zum Möbelstück wurden, galt es noch, ­einen langen Weg zu beschreiten, so Krause. „Für einige war es ziemlich schnell klar, dass sie nur ein ungehobeltes Stück Holz mit etwas Rinde nehmen bräuchten, vier Füße drunterschrauben mussten und sie hätten damit einen Tisch und gleichzeitig einen Innovationspreis“, erzählte Krause bei der Ausstellungseröffnung.

Ganz so simpel war es dann doch nicht, denn natürliche Konstrukte wurden in ein Möbelstück übernommen, beispielsweise eine dicke Baumscheibe, die als „Rahmen“ für eine Kombination aus Lampe und Schublade dient. „Manch ­einer hat den Weg vielleicht zwischendurch verloren, manch einer hat bei einer kniffligen Konstruktion den Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen“, fasste Krause die Arbeit zusammen, „aber irgendwie hat jeder seinen Weg ins Wohnzimmer gefunden.“

Damit hat sich der Kreis geschlossen, denn der Lebensraum Wald und der Lebensraum Wohnzimmer finden in diesem Projekt zusammen. Arbeit und Ausstellung sind noch nicht alles bei diesem Projekt. Denn die Azubis stellen sich mit ihren Mini-Gesellenstücke — in maximal 20 Arbeitsstunden gefertigt, mit mindestens einem beweglichen Teil ausgestattet und mit mindestens 50 Prozent sichtbarer Holzfläche verbunden — nun auch noch im Wettbewerb „Gute Form light“ dem Votum der Besucher.

(mabie)