Kreis Heinsberg: Ausgefallener Unterricht wird nicht dokumentiert

Kreis Heinsberg : Ausgefallener Unterricht wird nicht dokumentiert

Im Rahmen einer Kleinen Anfrage hatte die SPD-Landtagsabgeordnete Ulla Meurer aus Heinsberg sich im Düsseldorfer Parlament an die Landesregierung gewandt bezüglich des Unterrichtsausfalls an den Gymnasien im Kreis Heinsberg. Von Schulministerin Barbara Sommer (CDU) erhielt sie eine Antwort.

Auf die Frage nach der aktuellen Stellensituation antwortete die Ministerin, dass die Gymnasien im Kreis mit Stand Mitte Februar durchschnittlich zu 100,77 Prozent besetzt waren: in Erkelenz das Cornelius-Burgh-Gymnasium zu 99,59 Prozent und das Cusanus-Gymnasium zu 99,04 Prozent, in Heinsberg das Kreisgymnasium zu 97,42 Prozent, in Hückelhoven das Städtische Gymnasium zu 102,06 Prozent, in Übach-Palenberg das Carolus-Magnus-Gymnasium zu 102,87 Prozent und in Wegberg das Maximilian-Kolbe-Gymnasium zu 104,79 Prozent.

Für das Bischöfliche Gymnasium St. Ursula in Geilenkirchen seien keine Daten verfügbar, da es einen privaten Träger habe. Für das Kreisgymnasium würden zwei Stellen ausgeschrieben, „die in absehbarer Zeit voraussichtlich besetzt werden können”, so Sommer. Die Schulaufsicht der Bezirksregierung sei um eine gleichmäßige Besetzung der Gymnasien bemüht.

Zur Frage nach dem derzeitigen Unterrichtsausfall an diesen Schulen antwortete die Ministerin, dass dieser statistisch nicht erhoben werde. Die Landesregierung habe jedoch ihr Versprechen eingehalten, den Unterrichtsausfall deutlich zu reduzieren. Laut der jährlichen Stichprobe habe er sich von 4,4 Prozent unter der Vorgängerregierung auf 2,6 Prozent reduziert. „Im Gymnasium ist der Unterrichtsausfall von 4,8 Prozent auf 3,1 Prozent zurückgegangen.”

Die fachspezifische Lehrerversorgung an den Gymnasien in Nordrhein-Westfalen reiche aus, um den Unterrichtsbedarf in allen Fächern zu decken, lautete ihre Antwort auf die Frage, ob es an den genannten Schulen einen Fachlehrermangel gebe. Die Lehrer hätten in der Regel die Lehrbefähigung für zwei, teilweise sogar drei Fächer, wodurch den einzelnen Schulen ein erheblicher Steuerungsspielraum gegeben sei. Bei temporären Engpässen bestünden Möglichkeiten zur Gegensteuerung, etwa durch Mehrarbeit, Kooperationen zwischen Schulen oder flexible Ausgestaltung der Kontingentstundentafeln. „Überdies haben die Schulen die Möglichkeit, bei Neueinstellungen die Lehrkräfte und deren Fächerkombinationen selbst auszuwählen.” Eine konkrete Einzelfallprüfung gehe jedoch über den in einer Kleinen Anfrage vertretbaren Rahmen hinaus.

Die Landesregierung habe angekündigt, zur Bekämpfung des Unterrichtsausfalls schrittweise und bedarfsgerecht auf alle Schulformen verteilt innerhalb dieser Legislaturperiode 4000 neue Lehrerstellen zu schaffen, so die Ministerin abschließend auf die beiden letzten Fragen von Meurer nach der Umsetzung des Wahlversprechens und der Schaffung neuer Lehrerstellen.

„Diese Zusage wird vollständig eingehalten. Bisher sind 3100 Stellen bei den Schulen angekommen, zum 1. August 2008 werden es 3500 sein. Weitere 500 Stellen werden bis zum Ende der Legislaturperiode folgen”, so Sommer.