Erkelenz: Aus steter Verantwortung den Menschen dienen

Erkelenz : Aus steter Verantwortung den Menschen dienen

„Stehe an der Spitze, um zu dienen, nicht, um zu herrschen.” „Verantwortung übernehmen, wenn andere lieber dem anderen die Schuld am Zustand der Gemeinschaft zuschieben.”

„Menschlichkeit und Herzlichkeit auf der Suche nach dem Weg zum Dienst für den Anderen” - Kernsätze aus ehrenden Reden, die dem am Montagabend verstorbenen Willy Stein zuhauf zuteil wurden.

Willy Stein hat sich stets bescheiden für das Lob und die oftmals damit verbundenen Ehrungen bedankt, nicht sich, sondern das gemeinsame Wirken für die Menschen und die Gemeinschaft in den Vordergrund gestellt.

Am 28. Juni 1925 in Gelsenkirchen geboren, war Willy Stein ab dem 1. Oktober 1947 an der damaligen Katholischen Volksschule in Erkelenz als Lehrer tätig.

Die Liebe zu Ria Pütz hatte ihn nach Erkelenz gebracht. Nach der Verlobung mit dem Erkelenzer Mädchen zog es Willy Stein nach Erkelenz. Ria Stein verstarb nach mehr als 50-jähriger Ehe am 8. April 1998.

Von 1962 bis zu seinem Ausscheiden aus dem Schuldienst im Februar 1986 war Willy Stein Rektor der Katholischen Grundschule.

Neben das berufliche Engagement trat für Willy Stein stets das gesellschaftliche in Politik und Vereinen. Bereits im November 1956 wurde er Ratsmitglied für die CDU im Erkelenzer Stadtrat und sogleich stellvertretender Bürgermeister.

Erster Bürgermeister im April 1969. Bis zu seinem Ausscheiden aus der Kommunalpolitik 1994 hielt er dieses oberste Amt in der Kommune inne.

Außerdem war Willy Stein von 1984 bis 1989 Mitglied des Kreistages. Stets war dem Politiker das Wohl der Bürger oberstes Ziel. Auch wenn er immer auf Ausgleich und Gemeinsamkeit bedacht war, ging er der Konfrontation dort nicht aus dem Weg, wo sie unvermeidlich war.

So war der Kampf gegen den Tagebau Garzweiler II wie seinen Wegbegleitern stets ein Anliegen auf dem Weg, zum Wohl der Stadt Erkelenz zu arbeiten.

Willy Stein hat viel bewirkt und hinterlässt nachhaltige Spuren in der Stadt, die sein Zuhause war, und in die er immer wieder zurückkam. Der Vermittler, Organisator, Fädenknüpfer bewegte viel; nicht nur als Politiker.

Er gewann Mitbürger dafür, sich für den Bau von Kindergärten zu engagieren. Durch seine Spendenaktionen kamen insgesamt rund 1000000 Euro zusammen; ob es für den Bau von Brunnen in Erkelenz oder für Hilfsprojekte in Afrika war.

Die Zahl seiner Auszeichnungen ist enorm. Exemplarisch genannt seien neben den diversen Ehrungen in der Heimatstadt die Verleihung der Ehrenbürgerrechte der französischen Partnerstadt St. James, der Verdienstorden des Landes NRW, das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse und der Orden „Honorary Member of the Most Excellent Order of the British Empire”.

Die Tätigkeit in vielen Vereinen führte dazu, dass Willy Stein allein in 13 Erkelenzer Clubs zum Ehrenmitglied ernannt wurde. Als Prinz Willy III. ging er 1597 in die Geschichte der Erkelenzer Karnevalsgesellschaft ein.

Eine Leidenschaft fesselte Willy Stein noch lange nach seinem Ausscheiden aus Beruf und Politik: der Fußballsport.

Der bekennende Schalke-Fan baute nicht nur ab 1948 wieder die Jugendabteilung des SC 09 Erkelenz auf, er war auch seit 1949 Mitarbeiter im Fußballkreis Erkelenz und seit 1975 bis zur Gründung des Fußballkreises Heinsberg Vorsitzender.

Aber auch auf überregionaler Ebene setzte er sich als Vorsitzender des Beirates im Fußballverband Mittelrhein für den Fußballsport ein.

Unserer Zeitung verliert ebenfalls einen lieb gewordenen Weggefährten. Bereit 1948 war Willy Stein für die Zeitung tätig. Er schrieb damals seine ersten Artikel über die Spiele des SC 09. Danach konnte er die Druckerschwärze nicht mehr missen. Er wurde zu einer Institution in der Fußballberichterstattung.

Über Jahrzehnte hinweg arbeitete er Sonntag für Sonntag in der Sportredaktion mit, und noch vor wenigen Monaten meldete er sich am Telefon bei den Vereinen gerne mit seinem freundlichen „Grüß Gott” .