Hückelhoven-Hilfarth: Aus der Not geboren 30 Jahre Freunde

Hückelhoven-Hilfarth : Aus der Not geboren 30 Jahre Freunde

Es gibt Freundschaften, die aus der Not geboren werden - und Jahrzehnte lang halten. In diesem Sommer feiern vier Frauen den 30. Jahrestag ihres außergewöhnlichen Kennenlernens.

Eine von ihnen ist Marita Bey, die anlässlich dieses besonderen Jubiläums erzählt, wie aus dem ersten Treffen eine dauerhafte Freundschaft wurde. 1977 „wählten” Marita Bey, Roswita Bugdalle, Marianne Bethke und Maria Hülsenbusch als Ort ihrer ersten Begegnung das damalige St.-Josef-Krankenhaus in Erkelenz. Dort teilten sich die sich die einander bis dahin vollkommen fremden Frauen das Zimmer 114.

„Wir haben uns sofort richtig gut verstanden”, erinnert sich Marita Bey. Drei von ihnen waren damals Anfang 20, während der Altersunterschied zu Maria Hülsenbusch 30 Jahre betrug. Aber es habe trotzdem „von Anfang an gepasst”. Man war füreinander da, habe sich gegenseitig geholfen, viel erzählt und gelacht - und kaum drei Wochen nach der Entlassung fand das erste Treffen außerhalb des Krankenhauses statt. Den Termin hatten die Frauen bereits im Krankenhaus ausgemacht, um sich „auch wirklich nicht aus den Augen zu verlieren”. „Wir wussten, dass wir uns gefunden hatten”, schwärmt Marita Bey noch heute.

Heute trifft sich das Quartett alle vier bis fünf Wochen, trinkt zusammen Kaffee und testet die Gaststätten im Kreisgebiet aus. „Wir waren aber auch schon bis Gladbach. Wir wollen halt immer was Neues ausprobieren.” Im Laufe der Jahre sei ihre Freundschaft fester und das Vertrauen zueinander ist mit den Jahren stärker geworden. „Wir haben miteinander viel Schönes erlebt, wie zum Beispiel meine Hochzeit 1978, natürlich die Geburtstage, Kommunionen, Konfirmationen und unsere Weihnachtsfeste, zu denen dann auch unsere Männer mitkommen durften.”

Aber, wie es wohl bei jeder Freundschaft der Fall ist, kann sie sich erst in schlechten Zeiten beweisen. Bei Todesfällen oder Scheidungen beispielsweise. Auch dann hat die Gruppe zusammengehalten, und man hat sich gegenseitig Trost gespendet. Ihre Treffen seien noch heute „fröhlich und witzig”, auch wenn man sich mittlerweile schon am Nachmittag trifft und nicht mehr ganz so lange beisammen sitzt wie noch vor 30 Jahren. Maria Hülsenbusch, die Älteste von ihnen, will zwar oft nicht mitkommen, weil sie niemandem zu Last fallen möchte.

Aber „unsere schöne Gemeinschaft wäre ohne sie nicht mehr dieselbe.” Am Wochenende traf sich die Gruppe zum Kaffeetrinken bei Marita Bey, und feierte anschließend ihr Jubiläum in der Tüschenbroicher Mühle. „Wir haben fast alle wichtigen Stationen des Lebens in den 30 Jahren miteinander erlebt und waren immer füreinander da”, sagt Marita Bey und beginnt zu grübeln: Sie sucht noch nach einem passenden Geschenk für ihre Freundinnen zu diesem Anlass.