Erkelenz: Aufwind arbeitet gegen steigende Straftaten

Erkelenz : Aufwind arbeitet gegen steigende Straftaten

Sehr viele Gäste sind zur offiziellen Eröffnung der neuen Räume des Diakonischen Werkes des Kirchenkreises Jülich an der Aachener Straße gekommen, um sich einen Eindruck von der dort verrichteten Arbeit zu verschaffen.

Hauptredner bei diesem freudigen Anlass war Pfarrer Dr. Thomas Kreßner, der den vielen interessierten Besuchern ausführlich das Angebot der Diakonie in der Erkelenzer Außenstelle vorstellte.

Besonders am Herzen lag Pfarrer Kreßner das Modellprojekt „Aufwind”, das am 1. Dezember im Kreis Heinsberg und vor allem hier in Erkelenz starten soll.

Bei diesem Modellprojekt gehe es um „vernetzte Integrationshilfe für inhaftierte jugendliche Aussiedler in der Justizvollzugsanstalt Heinsberg”, so Kreßner.

Dies sei im Kreis besonders wichtig, da es hier sehr viele jugendliche Aussiedler gebe.

Oberstes Ziel des Modellprojektes sei die Integrationshilfe, die sowohl durch Sprachförderung und Training im sozialen Verhalten als auch durch Begleitung vor und nach der Entlassung erreicht werden soll.

Die Idee zu diesem Projekt sei zustande gekommen, weil in der Öffentlichkeit immer häufiger über die Gewaltorientierung und die Straffälligkeit junger Aussiedler gesprochen werde, meinte Kreßner dazu.

Die strafrechtliche Auffälligkeit junger Aussiedler sei auf folgendem Hintergrund zu sehen: „In vielen Fällen greifen die traditionellen Integrationsbemühungen nicht, oft werden alle Qualifizierungsmaßnahmen und Warteschleifen durchlaufen, ohne dass die soziale und berufliche Integration gelingt.

Dies habe schließlich meist Drogenkonsum und Kriminalität zur Folge. Am Ende einer solchen Entwicklung steht dann schließlich die Inhaftierung in den Jugendstrafvollzug.”

Die Tendenz sei steigend, betonte Kreßner. Allein in der Jugendstrafvollzugsanstalt in Heinsberg würden derzeit rund 40 jugendliche Aussiedler eine Jugendstrafe verbüßen. „Dies entspricht etwa 14 Prozent der Gesamtinsassen.”

Aufgrund dieser Entwicklung habe das Diakonische Werk des Kirchenkreises Jülich dieses Modellprojekt entwickelt, um für die betroffenen Jugendlichen ein straffreies Leben und gesellschaftliche Integration zu erreichen.

Schirmherr dieses neuen Projektes ist der Integrationsbeauftragte der Landesregierung Nordrhein-Westfalen, Dr. Klaus Lefringhausen.

Weitere Angebote des Diakonischen Werkes der Kirchengemeinde Jülich in Erkelenz sind die soziale Beratung für alle Bürger, die Hilfe in sozialen Angelegenheiten suchen. Ansprechpartner hierfür sei Diplom-Sozialarbeiter Jürgen Böhme.

Des weiteren kümmert sich Diplom-Sozialwissenschaftler Aris Papnikolaou um Migranten, die in schwierigen sozialen Situationen leben.

Ferner übernehmen Böhme und Sozialarbeiter Jan Kappler die Betreuung von Menschen, die nicht mehr in der Lage sind, ihre Angelegenheiten selbst zu erledigen.

Der richtige Ansprechpartner für das Modellprojekt „Aufwind” des Diakonischen Werkes ist Diplom-Sozialarbeiter Peter Bartsch, der bei Fragen unter 02431/946521 zu erreichen ist.

Die Beratungsstelle in Erkelenz ist immer dienstags in der Zeit von 9 bis 11 Uhr geöffnet.