Aufgefordert zum Mitmachen in den Parteien

Aufgefordert zum Mitmachen in den Parteien

Kreis Heinsberg. Die Einbindung von Senioren in politische Entscheidungen, Prioritäten von Politik und Verwaltung und Fragen zur Unterstützung des Ehrenamtes gehörten zu den Themen einer Podiumsdiskussion in der Regionalstelle Heinsberg.

Zur Runde mit dem Thema „Stellenwert der älteren Generation in Politik und Gesellschaft” hatten die Landratskandidaten Stephan Pusch (CDU), Franz-Josef Fürkötter (SPD) und Maria Meurer (Bündnis 90/Die Grünen) sowie der FDP-Politiker Klaus Riecke die Einladung eines Netzwerkes von kreisweit aktiven Seniorengruppen angenommen.

Stellvertretend für alle begrüßte Heinz-Peter Benetreu vom Verein „Senioren aktiv” aus Heinsberg” dazu rund 30 Teilnehmer, inklusive der erschienenen Politiker und Organisatoren. Benetreu entschuldigte den CDU-Politiker Pusch wegen Krankheit und äußerte sich verärgert, dass „die CDU als kreisweit stärkste Partei keine Vertretung organisieren konnte und uns allein lässt”.

Nahezu allein gelassen wurden die Veranstalter auch von der Zielgruppe im Alter von über 60 Jahren, die mit fast einem Viertel einen großen Anteil der Bevölkerung im Kreis stellt. Denn die Anwesenden waren zum Großteil Aktivposten aus Gruppen wie KAB-60 plus, Senioren-Initiative Erkelenz, „Senioren aktiv” Heinsberg und Seniorenbeirat Übach-Palenberg sowie aus dem ehren- und hauptamtlichen Bereich des Katholischen Forum für Erwachsenen- und Familienbildung.

Ähnliche schwache Resonanzen sind in diesen Wochen quer durch alle Altersgruppen bei Veranstaltungen der Parteien zu den Europa- und Kommunalwahlen sowie bei der Wahlbeteiligung an der Europawahl festzustellen gewesen. Insgesamt ist in den letzten Jahren immer mehr festzustellen, dass sich die Menschen erst dann mobilisieren lassen, wenn um es um konkrete persönliche Betroffenheit und Sorgen geht wie Verkehrslärm vor der Haustür oder Verstöße gegen Umwelt- und Naturschutz.

Konkrete dringende Probleme für die Senioren waren aus den Wortmeldungen nicht zu erkennen. Im Gegenteil: Einigkeit unter den Politikern und Gästen bestand darin, dass die stationäre und ambulante Altenpflege sowie die so genannten komplementären Dienste „kreisweit ordentlich geregelt” sind.

Während die Kirchen, Vereine und Bildungswerke Hilfs- und Freizeitangebote anbieten, äußerte jedoch ein Gast, dass sich viele allein gelassen fühlten, die nicht in Kirchen- und Vereinsaktivitäten eingebunden seien. Über positive Erfahrungen des Seniorenbeirats in Übach-Palenberg berichtete Franz-Josef Fürkötter. Zu den SPD-Forderungen gehöre die Einrichtung eines kreisweit agierenden Seniorenbeirats.

Als erfreuliches Beispiel für die kreisweite Förderung von Ehrenamt und Selbsthilfe nannte Fürkötter das im Vorjahr gegründete Freiwilligen- und Selbsthilfezentrum mit vielen Möglichkeiten, selbst aktiv zu werden.

Josef Peters (Senioren-Initiative Erkelenz) berichtete über deren „bunt gefächerte Angebote”, die mit den „Heinzelmännchen” (mit ehrenamtlichen handwerk- und haustechnischen Hilfen) bald auch kreisweit ausgedehnt werden sollen.

Anton Frings, Sprecher der sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft 60plus, bezeichnete Senioreninitiativen als „Debattierklubs”, deren Vorschläge lediglich „wohlwollend zur Kenntnis genommen werden” und ohne politische Mehrheiten keine Chance hätten.

Diesen Ball nahmen die Politiker in dieser Diskussionsrunde auf und verwiesen auf die aktiven Mitmach-Möglichkeiten in den Parteien. Maria Meurer betonte, dass „dringend Leute gebraucht werden, die aktiv in der Kommunalpolitik mitarbeiten”. Dies gelte für alle Altersgruppen.