Auf „Omas Dachboden” Kunstwerke entdeckt

Auf „Omas Dachboden” Kunstwerke entdeckt

Kreis Heinsberg. „Es handelt sich um den Heiligen Nepomuk”, stellte Museumsleiterin Dr. Rita Müllejans-Dickmann mit geschultem Blick fest. Das Ehepaar hatte seine 70 Zentimeter große Holzfigur mit ins Kreismuseum in Geilenkirchen an der Vogteistraße gebracht.

Dort erfuhr es, dass die in seinem Besitz befindliche Statue etwa Mitte des 19. Jahrhunderts gefertigt worden ist.

Auskünfte erteilt

Seit acht Jahren findet die Beratung zu „alten Schätzchen” jeweils in einem der beiden Heimatmuseen statt - und das sehr erfolgreich, wie Müllejans-Dickmann versicherte. Diesmal standen die Museumsleiterin sowie der Kunstsachverständige Alexander Staas und der Gold- und Silberschmiedemeister Johannes Hieronimi den Besuchern mit Rat und Tat zur Seite.

Wertangaben nahmen die Fachleute allerdings nicht vor, denn der eingetragene Verein will nicht in Konkurrenz zu kommerziellen Fachberatern treten. Aber Auskünfte über Herkunft, Künstler, Material und Verarbeitung wurden kostenlos erteilt.

Auffällig waren die vielen Holz- oder Porzellanfiguren, die zur Begutachtung ins Museum gebracht wurden. „Wir konnten hier einem Mann mitteilen, dass er eine Bronzefigur aus dem 19. Jahrhundert eines bekannten französischen Bildhauers besitzt”, erinnerte sich Müllejans-Dickmann.

Die „Raritäten”, die den Sachverständigen vorgelegt werden, stammen nicht selten aus Erbschaften oder von „Omas Dachboden”. Doch viele Dinge werden auch auf Trödelmärkten erworben. Es entpuppten sich schon manche erstandenen Sachen als „alte Schätzchen”, aber andererseits wurden auch augenscheinlich wertvolle Kunstwerke als Trödel entlarvt.

Den größten Anteil machten diesmal Gemälde und Bilder aus. Rätselraten gab es um vier schön gerahmte Bilder, die dem ersten Augenschein nach aus um 1850 gemalt worden sein könnten. Strittig war, ob es sich um Werke der Düsseldorfer Malerschule handelt. Eine genauere Untersuchung der Bilder soll bald Auskunft über die Herkunft geben.

Langjährige Erfahrung

Andere Gemälde ordneten die Experten auf Anhieb zu. Das bringt die langjährige Erfahrung mit sich. „Man lernt viel durch vergleichendes Sehen”, so Müllejans-Dickmann. Und Hieronimi ergänzte: „Man muss viel bewusst gesehen haben.”

Für viele Menschen sei nicht der materielle, sondern der ideelle Wert ihrer Kunstwerke von Bedeutung. „Da gibt es oft unersetzbare Erinnerungsstücke, die sich schon lange im Familienbesitz befinden”, so die Museumsleiterin. Erstaunlich wenige Menschen brachten Uhren, Broschen, Ringe oder andere Schmuckstücke zur Begutachtung. Dies sei sonst anders, konnten die drei Sachverständigen bestätigen. Aber auch ohne „Goldenes Geschmeide” war die Besucherberatung wieder ein Erfolg.