Erkelenz: Auch „Hummel” in Bereitschaft

Erkelenz : Auch „Hummel” in Bereitschaft

Polizeioberrat Jürgen Lankes vermeidet das Wort „Großeinsatz”, spricht lieber von einer „angemessenen Personalstärke”.

Doch wenn an diesem Samstag die Innenstadt von Erkelenz (wo zugleich der „Friesenmarkt” als Volksfest zur Eröffnung der oberen Kölner Straße gefeiert wird) im Zeichen von zwei Kundgebungen steht, wird eine erhebliche Zahl von uniformierten und nicht uniformierten Polizeibeamten das Stadtbild prägen, wie Kreisdirektor Peter Deckers bei einem Pressegespräch am Freitag erklärte.

Aus vielen Teilen Nordrhein-Westfalens sind Polizisten für diesen Samstag nach Erkelenz beordert worden. Sogar eine „Hummel”, ein Polizeihubschrauber, steht in Bereitschaft. Die genaue Zahl der eingeplanten Beamten wollte Lankes, der die intensive Einsatzvorbereitung und Lageaufklärung hervorhob, nicht bekannt geben.

Die „Offensive Grenzland”, eine der NPD nahe stehende so genannte Kameradschaft, hat (wie berichtet) über einen Aktivisten aus Erkelenz ihre Kundgebung von 14 bis 16.30 Uhr angemeldet - zu „Ruhm und Ehre den deutschen Soldaten”.

Vom Bahnhof aus wird die Gruppe (50 Teilnehmer wurden angekündigt) über Freiheitsplatz, Wilhelmstraße, Westpromenade und Roermonder Straße zum Friedhof ziehen, wo am Ehrenmal ein Kranz niedergelegt werden soll. Danach geht es über Roermonder Straße und Burgstraße zur Abschlusskundgebung auf dem Johannismarkt.

Die Gegenveranstaltung von Grünen und SPD („Schöner Leben ohne Nazis - gegen Rechtsextremisten und ihren Marsch durch Erkelenz”) findet ab 14.30 Uhr auf dem Markt am Alten Rathaus statt. Ob auch Antifaschisten, die im Internet sowie mit Aufklebern und Flugblättern auf den Aufmarsch der Rechten in Erkelenz aufmerksam gemacht haben, auftauchen werden, ist unklar.

„Das Polizeiaufgebot soll die Menschen nicht schrecken”, betonte Einsatzleiter Lankes. Die Polizei wolle alles dafür tun, um friedliche Meinungsäußerungen zu schützen und gewalttätige Auseinandersetzungen zu verhindern sowie Beinträchtigungen für die Bürger möglichst gering zu halten. Verkehrsbehinderungen wird es allerdings zeitweise geben. Die Polizei hat ein Bürgertelefon eingerichtet, das ab 8 Uhr unter 02452/920-680 zu erreichen ist.

Einen friedlichen und ordnungsgemäßen Ablauf der Veranstaltungen sowie des Abmarsches will die Polizei sicherstellen. Straftaten sollen vermieden, gegebenenfalls aber konsequent verfolgt werden. Dazu gehöre, wie betont wurde, die Verbreitung volksverhetzender Aussagen ebenso wie das Tragen von nationalsozialistischen Symbolen. Konkrete Hinweise auf eventuelle Gewalttätigkeiten lägen nicht vor, hieß es.

1993 war eine von der NPD geplante Demonstration in Erkelenz vom damaligen Oberkreisdirektor verboten worden, da die Polizei aufgrund eines großen Anti-NPD-Protestpotenzials tätliche Auseinandersetzungen befürchtet und die öffentliche Sicherheit und Ordnung als gefährdet angesehen hatte. Die Schlagzeile damals: „,Himmlisch ruhig am Samstag in Erkelenz: 100 Antifaschisten - 100 Polizisten - 0 Nazis”.