Wegberg-Beeck: Auch Bernsteine funkeln auf dem Flachsmarkt

Wegberg-Beeck : Auch Bernsteine funkeln auf dem Flachsmarkt

Bei strahlendem Sonennschein begann der 26. Flachsmarkt auf dem Beecker Kirchplatz und rund um die Beecker Kirche. Insgesamt waren es um die 170 Aussteller, die den Weg nach Beeck gefunden hatten.

Neben vielen Kunsthandwerkern waren auch Händler mit Stoffen, Schmuck und Dekorationsartikeln unter den Ausstellern. Auch ein Barbier, der sein Rasiermesser wetzte, wartete auf Kundschaft, die ihn an ihre Kehlen ließ.

Seit Jahren schon setzt man in Beeck erfolgreich auf die Mischung, die den Reiz des Marktes ausmacht. „Wir haben schon seit Jahren die Höchstgrenze an möglichen Ausstellern erreicht”, betont Heinz Gerichhausen, auf dessen Initiative der Flachsmarkt zurückgeht. Daher achte er auf eine gesunde und internationale Mischung, um den Besuchern ein vielseitiges und ansprechendes Angebot präsentieren zu können.

Viele Aussteller stammen aus der Region und gehören schon zum festen Inventar des Flachs- und Handwerkermarktes. Der Markt stand unter dem Motto „Im Zeichen der Völkerverständigung”. Neben den Niederlanden und Belgien war in diesem Jahr auch erstmals ein Aussteller aus Estland vertreten, der Bernsteinschmuck im Angebot hatte.

Neben den Attraktionen des Marktes lockten natürlich auch die beiden Museen mit interessanten Ausstellungen. Während das Flachsmuseum neben der Kirche auf einem Stand die Verarbeitung des Flachses demonstrierte, war im Volkstrachtenmuseum eine Ausstellung unter dem Titel „Unter die Haube gekommen” zu bewundern. In seiner Eröffnungsansprache vergaß Gerichhausen nicht, auf den Bestand an Trachten hinzuweisen, der sich seit der Eröffnung des Volkstrachtenmuseums nahezu verdoppelt hat.

Zum Erhalt der Museen sei die Gründung einer Stiftung geplant, erklärte er. So werde das museale Angebot in Beeck, das er als „einzigartig in der Region und darüber hinaus” bezeichnete, auch weiterhin sichergestellt. Schirmherr des diesjährigen Marktes war der Sparkassendirektor Hans Josef Mertens. Er erklärte, dass er „seit Jahren von dem bunten Treiben begeistert” sei und die Schirmherrschaft als Ehre empfinde. Den Stellenwert des Marktes und der Museen für den Erhalt alten Handwerkes und ländlicher Traditionen könne man nicht hoch genug schätzen.

Zum Abschluss der Eröffnung wurde der Baum mit dem Wappen des Marktes aufgestellt. Dieses ziert unter anderem eine Hand mit einem abgeschnittenen Finger. Diese sollte auf eine andere Tradition hinweisen: Denn Dieben, die auf dem Markt beim Stehlen erwischt wurden, wurde einer der langen Finger kurzerhand zur Abschreckung abgehackt. Die Besucher des diesjährigen Marktes verließen ihn jedoch mit ebenso vielen Fingern, wie sie gekommen waren.