Kreis Heinsberg: Auch bei Trennung die Kinder im Blick halten

Kreis Heinsberg : Auch bei Trennung die Kinder im Blick halten

„Kinder im Blick”: So heißt ein neues Seminarangebot, das vom Katholischen Forum für Erwachsenen- und Familienbildung gemeinsam mit dem Caritasverband für die Region Heinsberg aus der Taufe gehoben worden ist Der Kurs ist gedacht für geschiedene oder in Trennung lebende Paare.

Im Kreis Heinsberg wurden allein im vergangenen Jahr rund 600 Ehen geschieden. Die Zahl der Lebensgemeinschaften ohne Trauschein, die sich getrennt haben, ist nicht bekannt. Bekannt ist aber, dass zumeist die Kinder unter der Trennung ihrer Eltern leiden.

Diese sind sich oftmals aufgrund der eigenen Anspannung ihrer Verantwortung gegenüber den Kindern nicht bewusst. Oftmals werden Kinder auch unbewusst als „Waffe” gegen den Ex-Partner eingesetzt.

Die Fachleute wissen, dass die „Rosenkriege” meist zu Lasten der Kinder gehen. Dabei könnten sie innerhalb von rund zwei Jahren über die Trennung und die Veränderung der Lebensumstände hinweg sein, wenn die Eltern sich verantwortungsbewusst verhalten und einen Weg des Umgangs miteinander finden würden, wie Sozialpädagogin Ulrike Marheineke betont. Sie wird im September gemeinsam mit dem Heilpädagogen Bodo Walter die Seminare leiten, die sich mit dem Thema befassen.

„Das Konzept entstand an der Universität München und wurde schon erfolgreich in der Praxis umgesetzt”, hebt auch Forumsleiter Franz-Josef Unland hervor.

Die beiden Kursleiter wurden speziell für die bevorstehenden Aufgaben geschult, was von der bischöflichen Stiftung „Mutter und Kind” unterstützt wurde.

Bei den Kursen geht es nicht darum, die Trennung zu bewerten, sind sich die Initiatoren einig. Der Fokus liege auf den Kindern und der Frage, wie Verantwortung übernommen und die Trennung konfliktfrei und positiv gestalten werden könne.

„Das Thema ist längst bei uns angekommen”, weiß auch der Erkelenzer Beratungsstellenleiter Ferdinand Wimmer. Rund 40 Prozent der Kinder im Kreis Heinsberg lebten nicht mit beiden Eltern zusammen. Fast die Hälfte aller Beratungsfälle mit Kindern sei ursächlich in der Trennung der Eltern und deren Auswirkungen begründet.

Beim Forum sollen die betroffenen Eltern lernen, ihre Trennung so wenig schmerzhaft wie möglich für ihre Kinder zu gestalten und sich zu ihrer Verantwortung zu bekennen. Dabei können mögliche Lösungen für Konflikte in Rollenspielen erarbeitet werden.

Wichtiger Bestandteil des Konzeptes ist es, dass die beiden Ex-Partner nicht im selben Kurs sind. Deshalb werden zwei parallele Kurse angeboten, die jedoch dieselben Inhalte bearbeiten.

Im Idealfall besucht das Paar in Trennung die Kurse zur selben Zeit. Doch auch wenn nur ein Partner an einem Kurs teilnimmt, kann dies schon positive Auswirkungen auf den Trennungsprozess und dessen Verlauf haben.

„Von Eltern kann man sich nicht trennen wie von einem Partner”, beschreibt der Caritas-Bereichsleiter Karl-Ernst Dahmen das Dilemma der Kinder. Deshalb sei es wichtig, dass der Fokus der Arbeit auf den Kindern liege.

In der Region ist das Angebot derzeit noch einzigartig. Parallel beginnt in Mönchengladbach ebenfalls ein Kurs. Kurse beginnen im September

Das Kursangebot beginnt am Mittwoch, 14. September (Gruppe A), und Mittwoch, 21. September (Gruppe B).

Die Kurse finden 14-tägig jeweils von 19 bis 22 Uhr im Forumsraum in St. Barbara in Hückelhoven an der Brassertstraße statt.

Die Kursgebühr beträgt 24 Euro, auf Anfrage ist eine Reduzierung möglich.

Anmelden kann man sich unter Tel. 02161/980639 oder per Mail an forum-mg-hs@bistum-aachen.de.