Kreis Heinsberg: AsF: Diskussion über Situation der Flüchtlinge

Kreis Heinsberg : AsF: Diskussion über Situation der Flüchtlinge

Zum Themenabend „Flüchtlinge im Kreis Heinsberg“ mit Bundestagsmitglied Norbert Spinrath (SPD) hatte die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) in das AWO-Begegnungszentrum Wegberg eingeladen.

„Viele gute Ansätze, große Hilfsbereitschaft und hohes Engagement sehe ich in der Flüchtlingsarbeit im Kreis Heinsberg“, erläuterte AsF-Vorsitzende Ilse Lüngen. Wenn im wahrsten Sinne des Wortes Welten aufeinanderprallten, gebe es keine einfachen Lösungen. Folglich hätten sich die Städte und Gemeinden des Kreises Heinsberg mit unterschiedlichen Vorgehensweisen und Entwicklungen ihrer Aufgabe gestellt. Auch die Unternehmen im Kreis Heinsberg würden den Flüchtlingen viele Chancen bieten.

Außerdem werde es zunehmend attraktiv für die Flüchtlinge, im Kreis Heinsberg Arbeit zu finden, schloss sich Norbert Spinrath an und berief sich dabei auf seinen Besuch beim „Integration Point“ des Jobcenters Heinsberg. „Die Flüchtlinge müssen aus den Gemeinschaftsunterkünften raus, wenn Integration gelingen soll“, betonte Spinrath. Die Gemeinschaftsunterkünfte führten zu einer Gesellschaft in der Gesellschaft.

An vielen kleinen Beispielen aus der praktischen Arbeit zeigten die Teilnehmer der AsF-Veranstaltung die vielschichtigen Probleme der Flüchtlingsarbeit auf. Die Frauen, die beim Friseur den Platz freihalten für ihre Männer, die jungen Männer, die einen guten Ausbildungsplatz für einen besser bezahlten Aushilfsjob aufgeben, die alleinerziehenden Mütter, die vom Umfeld nicht als Haushaltsvorstand anerkannt werden.

Seit Januar dieses Jahres sind erstmals mehr Frauen und Kinder als Männer in Europa angekommen. Das liege zum einen an dem erschwerten Familiennachzug, zum anderen üben die Schlepperbanden so mehr Druck auf die Seenotrettung aus, die bewusst ins Kalkül gezogen wird. „Denn bei allem menschlichen Leid sind die Flüchtlinge auch das größte Geschäftsmodell aller Zeiten“, erläuterte Norbert Spinrath. „300 Milliarden Umsatz haben die Schleuser in den vergangenen drei Jahren erzielt.“

Fluchtursachen bekämpfen, das sage sich leicht, so der Bundestagsabgeordnete. Er erinnerte daran, dass auf Kriegen und Armut in fernen Ländern eben auch ein Teil unseres hohen westlichen Lebensstandards fuße. Hier sei ein generelles Umdenken erforderlich.

Geduld und Mut zu Lern- und Veränderungsprozessen mahnte Ilse Lüngen an. Ohne Zweifel seien die Flüchtlinge zwar eine gewaltige Herausforderung, aber auch eine große Chance. Jetzt sei die Zeit, Weichen für die Zukunft klug zu stellen.

(mb)