Erkelenz: Arzt rettete Kind aus dem glühenden Bade

Erkelenz : Arzt rettete Kind aus dem glühenden Bade

Eine haarsträubende Geschichte erzählt das Erkelenzer Kreisblatt in einer Ausgabe des Jahres 1859, welche einer Bäuerin im Erkelenzer Raum passierte.

Der Arzt hatte der Frau, als er sie zu Hause aufsuchte, empfohlen, für ihr krankes Kind ein heißes Bad herzurichten: „Er befahl der Frau, welche nicht wusste, was ein Bad sei, ihren Kessel zu nehmen, ein tüchtiges Feuer zu schüren und so weiter.

Glücklicherweise kehrte der Arzt, von einer bangen Ahnung ergriffen, nach einer Weile in das Bauernhaus zurück und richtig, er fand den Kessel auf dem Herd, ein tüchtiges Feuer darunter und das kranke Kind in dem Kessel, dessen Wasser bereits hohe Wärmegrade angenommen hatte. Wäre der Arzt eine Stunde später gekommen, so hätte die stupide Frau ihr Kind womöglich gesotten.”

In früheren Jahrhunderten standen an den Ortseingängen zur Kontrolle Barrier-Häuschen und Schranken. Ein solches historisches Barrier-Häuschen, das schon etliche Jahre nicht mehr genutzt wurde, stand in Erkelenz an der Oerather Mühle. Im Jahre 1859 fiel im Stadtrat der Beschluss, das Gebäude zu verkaufen.

Da lesen wir in der Zeitung: „Höherer Verfügung zufolge soll das Barrier-Häuschen an der Oerather Mühle bei Erkelenz nebst Utensilien auf den Abbruch gegen bare Zahlung durch den Unterzeichneten versteigert werden. Es ist hierzu der Termin auf Donnerstag, 1. Dezember dieses Jahres nachmittags drei Uhr, an der Oerather Mühle anberaumt. Erkelenz, 24. November 1859. Der Bürgermeister Büschgens.”

„Große Seltenheit!” - Unter diesem Schlagwort heißt es in einer weiteren Anzeige der gleichen Ausgabe: „In Holzweiler ist ein wildes Kalb, ganz weiß, von einem Jäger erlegt worden.

In Folge dessen findet Donnerstag, den 24. November 1859, beim Gastwirten Herrn Adam Rings zu Holzweiler zur Nachfeier des Cäcilienfestes ein Abendessen statt.

Das Couvert à Person zehn Silbergroschen. Hierzu ladet ergebenst ein der Männergesangverein Liedertafel.”

An der Schule in Uevekoven war die Lehrerstelle frei geworden. Sogleich wurde nach einem neuen Erzieher gesucht und deshalb eine Anzeige im Erkelenzer Kreisblatt aufgegeben: „Die Lehrerstelle an der einklassigen Schule in Uevekoven im Kreise Erkelenz, deren Einkommen nebst freier Wohnung und einem Garten 180 Taler beträgt, soll wieder besetzt werden. natürlich haben sich Interessenten gemeldet.

Auch kann mit der Lehrerstelle der Küsterdienst an der Kapelle, welcher etwa 16 Taler einträgt, verbunden werden. Qualifizierte Lehrer wollen sich unter Einreichung ihrer Zeugnisse innerhalb acht Tagen an den Unterzeichneten melden. Gez. Beckers, Bürgermeister, Gez. Knors, Pfarrer, Wegberg den 19. November 1859.”

1889 feierte Granterath ein Doppelfest: die 25. Wiederkehr des Jahrestages, an dem der Ort Granterath durch bischöfliche Urkunde zur Pfarre erhoben wurde, sowie das 25-jährige Wirken von Pfarrer Dahmen. Der Priesterjubilar wurde in Jülich geboren und war vordem Kaplan an St. Jakob in Köln gewesen.

„Bahnsteigdiener” - mit diesem neuen schönen Wort hat, wie die Zeitung 1889 meldet, die Eisenbahndirektion Elberfeld die deutsche Sprache bereichert.

„Es soll eine Übersetzung für „Portier” sein. Weshalb denn nicht „Pförtner”? Etwas mehr Geschmack wäre unseren Sprachreinigern manchmal zu wünschen”, erboste sich damals ein Leser in einem offenen Brief an die Redaktion.

Im gleichen Band lesen wir weiter: „In Borschemich fand am 27. Oktober 1889 seitens des Kirchenchores Cäcilia eine theatralisch-musikalische Abendunterhaltung im Saale Fleschen statt. Es war die Abschiedsfeier des Dirigenten Joseph Wimmers.”

Noch eine sehr wichtige Mitteilung aus dem Geschäftsleben der Umgebung teilte die Redaktion den Lesern des Erkelenzer Kreisblattes von 1889 mit: „Peter Brüssel, Horndrechsler in Erkelenz, verlegt sein Drechsler-, Pfeifen- und Zigarrengeschäft von Brückstraße 89 nach Brückstraße 88, Buchbinder Carl Esser zog von Brückstraße 88 zum Johannismarkt”.