Erkelenz: Arrangements sind ein wahrer Ohrenschmaus

Erkelenz : Arrangements sind ein wahrer Ohrenschmaus

Es wurde ein langer Abend, der aber keinen Augenblick langweilig war. Der Städtische Musikverein Erkelenz hatte zum Frühjahrskonzert unter dem Thema „Sinfonische Tänze” eingeladen.

Um schon vorweg anzumerken: Der musikalische Leiter Hans-Paul Breuer forderte das Orchester, das sich ohnehin von Jahr zu Jahr enorm gesteigert hat, zu Leistungen heraus, die eigentlich einem Profiklangkörper manchmal noch Schwierigkeiten bereitet hätten. Das gab der Dirigent auch unumwunden zu und auch, dass die 61 Musikerinnen und Musiker starke Truppe in den unterschiedlichsten Altersstufen gelegentlich verzweifelte.

Der erreichte Erfolg war aber beeindruckend. Wieder verstärkt durch einen Bass, gespielt von Pfarrer Dietmar, und Theresa Feldhaus an der Harfe boten die „Städtischen” einen wahren Ohrenschmaus. Die Auswahl der Werke zeigte dabei eine Bandbreite, die im ersten Teil des Konzertes von Peter Tschaikowsky über Dimitri Shostakovich und den britischen Lehrer Gustav Holst, Antonin Dvorak bis Alfred Reed reichte.

Nicht unerwähnt dürfen dabei die Arrangements des Niederländers Johan de Meij bleiben, der zum Beispiel für die Jazz Suite von Shostakovich sowohl feurig, ruhig, aber mit Taktwechseln und „Second waltz” stürmischen Beifall bekam. Auch andere Darbietungen wie der Slawische Tanz Nr. 8 von Dvorak brachten die Musiker zum Erklingen.

Die armenischen Tänze von Alfred Reed machten die Unterschiedlichkeit der dortigen Volkstänze deutlich. Sowohl mit sinfonischen Bereichen als auch mit ungarischem Temperament komponiert, waren einige Teile des zweiten Abschnitts für europäische Ohren etwas ungewohnt.

Nach der Pause hatte zunächst die Junior-Band unter der Leitung von Karl-Heinz Wawrzinek die Bühne der Stadthalle für sich. Es war erstaunlich, wie die Kinder und Jugendlichen inzwischen zu einem sehr harmonischen Klangkörper zusammen gewachsen sind.

Der bevorzugte Arrangeur der gespielten Titel, der amerikanische Musikprofessor Johnnie Vinson, hatte unter anderem den Bolero von Maurice Ravel und als Hommage an die ältere Generation im Saal den King of Rock´n´Roll, Elvis Presley, für die Junior-Band gesetzt. Schon da wurde eifrig mitgeklatscht, Erinnerungen lebten auf. Der „James Last” Südamerikas, Tito Puente, hatte „Oye como va” beigesteuert.

Zum Schluss des Abends, der immerhin fast drei Stunden Vergnügen bereitete, ging es noch beschwingter zu. Mit einschmeichelnden, rumbaähnlichen Klängen trumpfte das „Karibische Konzert” von Kees Vlak auf. Begleitend tanzten zwei Paare der Tanzschule Gaspers-Taddey.

Mikis Theodorakis und die Filmmusik aus „Zorbas der Grieche” sowie Highlights aus dem Musical „Grease” beendeten den Abend aber nicht. Erst nach drei Zugaben wurden die Musiker in den Feierabend entlassen. Stehender Applaus belohnte ihre Leistungen.

Da im Verein über 80 Kinder und Jugendliche musizieren, muss man um geeigneten Nachwuchs nicht besorgt sein, zumal erst kürzlich bei Wertungsspielen auf Landesebene zahlreiche erste Plätze belegt werden konnten.