Apotheken in Aktion: Tag der Organspende

Apotheken in Aktion: Tag der Organspende

Kreis Heinsberg. Regelmäßig musste Susanne F. aus Erkelenz (Name von der Redaktion geändert) wegen chronischem Nierenversagen zur Dialyse. Zum Überleben brauchte sie eine neue Niere. Ein Leben zwischen Hoffen und Bangen begann.

Die Wartezeit wurde zur Qual. Bis zum erlösenden, lebensrettenden Anruf und der geglückten Operation vergingen Monate. Heute kann Susanne F. wieder ein ganz normales Leben führen. Andere haben nicht so viel Glück.

Im vergangenen Jahr warteten allein in Deutschland 11.500 Menschen auf eine Organspende. Nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation sterben rund ein Drittel der Patienten, die eine neue Niere, Leber, Lunge oder ein Herz benötigen, bevor ein passendes Organ gefunden wird.

Zum „Tag der Organspende” am Samstag, 5. Juni, wollen die Apotheker im Kreis Heinsberg deshalb die Menschen für das Thema sensibilisieren.

In Apotheken sind Spenderausweise erhältlich. Der Ausweis kann auch im Internet http://www.apotheker-nordrhein.de heruntergeladen werden.

„Der plötzliche Tod eines Angehörigen ist für die Familien und Freunde natürlich immer ein Schock”, weiß Hans Kühle, Pressesprecher der Apotheker im Kreis Heinsberg.

„Eine zusätzliche Belastung kommt auf die Verwandten zu, wenn sie in dieser Situation einer Organspende zustimmen sollen. Vor allem dann, wenn sich der Verstorbene zu Lebzeiten nie dazu geäußert hat.”

Deshalb sei es so wichtig, sich frühzeitig mit dem Thema Organspende zu befassen und seine Entscheidung Verwandten und Freunden mitzuteilen.

„Wer nach seinem Tod für eine Transplantation ist, sollte unbedingt einen Organspendeausweis mit sich führen”, sagt Kühle. Diese Entscheidung könne jederzeit zurückgenommen werden. „Da es keine Registrierung der Spender gibt, genügt es, den Ausweis zu vernichten und seine Angehörigen darüber zu informieren.”

Tatsache sei aber, dass ein großer Teil der Patienten, die auf eine Organspende warten, nur mit Hilfe einer Organverpflanzung gerettet werden können. Die Apotheker im Kreis Heinsberg hoffen daher, dass möglichst viele Menschen einen Spenderausweis ausfüllen.

„Die Kluft zwischen dem Bedarf an Organen und den realisierten Transplantationen ist nach wie vor sehr groß. Dabei besagen Umfragen immer wieder, dass knapp 70 Prozent der Deutschen mit einer Organentnahme nach ihrem Tod einverstanden wären”, erklärt Kühle.

Eine grundsätzliche Bereitschaft zur Organspende sei also vorhanden. Doch nur bei 5,5 Prozent aller Organentnahmen in 2003 in Deutschland hatte der Spender zuvor schriftlich erklärt, dass er nach dem Tod damit einverstanden sei. In den übrigen Fällen gaben die Angehörigen ihre Zustimmung.