Kreis Düren: Antwerpes ist kein Freund von Kleinsplitt auf den Wegen

Kreis Düren : Antwerpes ist kein Freund von Kleinsplitt auf den Wegen

Was nützt den Radfahrern das schönste Knotenpunktsystem, wenn Spitzbuben die Richtungspfeile klauen? „Wenn man die Übeltäter erwischt, dann müsste man sie einen Tag lang auf dem Marktplatz an den Pranger stellen”, entfuhr es Dr. Franz-Josef Antwerpes, als er auf dem Ruruferradweg in Höhe des Kreuzauer Freizeitbades vor einem amputierten Pfosten anhielt.

Der beklagenswerte Verlust hatte in diesem Fall aber keinen Orientierungsverlust zur Folge, denn der frühere Kölner Regierungspräsident hatte ortskundige Begleiter: unter anderem Landrat Wolfgang Spelthahn, Hans-Georg Hellebrand, Fahrradbeauftragter des Kreises Düren, und Stefan Grießhaber, im Rathaus Hürtgenwald Stellvertreter von Axel Buch, dem Sprecher der Bürgermeister im Kreis Düren.

Gemeinsam radelten sie an diesem Tag vom Dürener Bahnhof über den Ruruferradweg nach Zerkall, 21 Kilometer insgesamt. Retour gings mit der Rurtalbahn. Anlass der Tour waren kritische Bemerkungen des Testfahrers Franz-Josef Antwerpes zum Radwegenetz im Kreis Düren im August 2008. Diese Berichterstattung (der frühere RP ist Medienprofi durch und durch) nahm Spelthahn seinerzeit zum Anlass, den bekanntesten Regierungspräsidenten Deutschlands zu einem Vorher-nachher-Vergleich einzuladen.

Heute, drei Jahre später, hat der Kreis Düren nicht nur das Knotenpunktsystem installiert, sondern führt überdies das Gütesiegel „Fahrradfreundlicher Kreis” - beste Voraussetzungen also, den alten Tadel in ein frisches Lob umzuwandeln. Das gab es von dem 76-jährigen Trekkingbiker (Jahresfahrleistung etwa 3000 Kilometer) am Ende tatsächlich. „Die Beschilderung ist sehr gut - von den geklauten Wegweisern abgesehen, und das Radwegenetz ist deutlich gewachsen.”

Doch als langjähriger Behördenleiter wartete er auch mit Verbesserungsvorschlägen auf. „Die Knotenpunkte sollten auf den Übersichtskarten größer hervorgehoben werden”, lautete Hinweis Nummer eins. Zudem: „Ich bin kein Freund von Kleinsplitt auf den Wegen, darauf bin ich schon mehrmals gestürzt. Man sollte die Radwege asphaltieren. Am Ende ist das für die Kommunen ja auch billiger, da sie auf die turnusmäßigen Reparaturen verzichten können.”