Kreis Heinsberg: Amtseinführung mit Bischof: Regionalteam baut auf Einsatz aller

Kreis Heinsberg : Amtseinführung mit Bischof: Regionalteam baut auf Einsatz aller

„Jeder ist Kirche. Und wenn wir noch Gemeinden haben wollen, dann kann es nur weitergehen, wenn jeder sich einsetzt für die Kirche.“ Genau das müsse das neue Regionalteam den Katholiken in der Region Heinsberg vermitteln, sagte Hiltrud Derix, Ratsvorsitzende in ­der Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) Hückelhoven.

Sie ist die ehrenamtliche Mitarbeiterin in dem neuen Dreier-Gremium, das der Aachener Bischof Dr. Helmut Dieser am Montagabend im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes in der Propsteikirche St. Gangolf in Heinsberg in sein Amt eingeführt hat. Die beiden anderen Teammitglieder sind als neuer Regionalvikar der Heinsberger Propst Markus Bruns, zugleich Leiter der GdG Heinsberg-Waldfeucht und Administrator der GdG Heinsberg-Oberbruch, sowie Stephan Lütgemeier, hauptamtlicher Diakon in der GdG Gangelt. Alle drei übernehmen diese zusätzliche Funktion im bistumsweiten, synodalen Gesprächs- und Veränderungsprozess „Heute bei dir“, der bis Ende des Jahres 2021 terminiert ist. Ihre Aufgabe ist es, den vom Bischof Ende vergangenen Jahres angestoßenen Prozess in der Region zu implementieren und zu stärken.

Nach der Beauftragung: Propst Markus Bruns (l.) nahm strahlend seine neue Aufgabe als Regionalvikar an. Foto: Anna Petra Thomas

Zunächst einmal sei die Einsetzung einer neuen Leitung für die Region gar nicht so spektakulär, hatte Markus Bruns im Rahmen eines Pressegesprächs erklärt, das dem Gottesdienst vorangegangen war. Und doch sei die Beauftragung eines Teams als Leitungsgremium schon an sich ein deutlicher Ausdruck für Veränderung. Diese sei dringend notwendig, fuhr er fort, weil sich das Bild von Kirche in den vergangenen Jahrzehnten nicht so schnell gewandelt habe wie die Gesellschaft. Die geografischen Einheiten in der Kirche seien größer geworden, die Ressourcen knapper, ebenso die Bereitschaft, sich ehrenamtlich zu engagieren.

Flaggenschmuck vor St. Gangolf in Heinsberg: In dieser Kirche fand der Einführungsgottesdienst statt. Foto: Anna Petra Thomas

„Viele sind innerlich ausgezogen, und der gelebte Glaube in einer Gemeinschaft, die man Kirche nennt, ist für immer mehr Menschen von nur noch geringer Bedeutung“, erklärte Bruns.

Bei der Predigt: Bischof Helmut Dieser betonte, Glauben müsse ohne Machtanspruch vermittelt werden. Foto: Anna Petra Thomas

Genau da will das neue Regionalteam ansetzen, das sich selbst als die „mittlere Ebene“ sieht zwischen dem Bistum und den GdGs, wie es Hiltrud Derix formulierte. Es gelte, das „herunterzubrechen“, was auf Bistumsebene bereits angestoßen worden sei, pflichtete ihr Lütgemeier bei. Inhalte und Struktur müssten dabei jedoch auf jeden Fall miteinander verzahnt sein, beschrieb er den derzeit noch ergebnisoffenen Prozess. Sicher gebe es da hier und da schon Ungeduld, sagte Bruns. Doch zunächst müsse man die Inhalte klar haben, um die dazu passenden neuen Strukturen zu entwickeln.

Wie der Bischof die neue Leitungsstruktur sieht, machte er schon in seiner Einführung zum Gottesdienst am Montagabend klar. Dabei erinnerte er an den 3. September des Jahres 590, als der damalige Papst Gregor der Große zum Bischof geweiht worden war. Er sei zuvor ein wahrer „Tausendsassa“ gewesen, habe aber das „Charisma guter Leitung“ gehabt. „Er verstand es, die Menschen einzubeziehen“, so Bischof Dieser. „Ich kann etwas, du kannst etwas“, sei seine Maxime gewesen. „In den Zeiten, in denen wir stehen, brauchen wir auch eine gute Leitung“, blickte er wieder ins Heute.

Der Prozess „Heute bei dir“ sei auch darauf ausgelegt, viele Menschen mitzunehmen. Er müsse immer weitere Kreise ziehen, betonte der Aachener Bischof in seiner Predigt. Es gehe darum, Glauben wieder dienend und ohne Machtanspruch zu verkünden. Genau dafür stehe das neue Regionalteam, als „Scharnier“ zwischen den im Prozess arbeitenden Gruppen in Aachen und den Gläubigen vor Ort in der Region.

(anna)
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