Heinsberg: Am Ziel wartet der Dudelsackpfeifer

Heinsberg : Am Ziel wartet der Dudelsackpfeifer

Bereits zum 2. Mal stellte die Laufabteilung des Justizvollzugssportvereins (JVSV) Heinsberg das Team der Deutschen Mannschaft zu den „Cross-Country Championships for the European Prison Services”.

Ausrichter der diesjährigen Championships waren die Justizvollzugsbeamten aus dem schottischen Lanarkshire vom „Scottish Prison Service Amateur Athletics Club” unter der Leitung von Anne Fox.

Mit viel Mühe hatte der Ausrichter die Veranstaltung vorbereitet. Es sollte für alle Teilnehmer ein unvergessliches Erlebnis werden. Jedes teilnehmende europäische Land stellte eine Mannschaft mit maximal zwölf Läufern. Männer und Frauen sowie Gastläufer werden getrennt gewertet, allerdings gibt es keine Altersklassenwertung.

Der Grundgedanke dieses „Highlights” ist der sportliche Vergleich der Vollzugsbediensteten auf europäischer Ebene, der internationale Austausch sowie das Entstehen und Pflegen von Freundschaften. Läuferteams aus Italien, Nordirland, Schweden, England, Wales, Schottland, Irland, Deutschland, Holland und der Strathclyde Police waren in Schottland angereist, um dieses ganz besondere Flair mitzuerleben.

Als Austragungsort der European Championships hatten die Organisatoren ein Feriencamp im „Broomlee Centre” nahe der Stadt West Linton ausgesucht. Ein altes, romantisches Städtchen, etwa 27 Meilen von Edinburgh entfernt.

Unter der Leitung des Team-Coachs Franz-Josef Fronk stellten Hans Tholen, Heinz Nobis, Arndt Backes, Helmut Funken, Stefan Classen, Karoline Kempas, Anke Johnen und Marlene Backes (Gastläuferin) vom JVSV-Heinsberg sowie die Lauffreunde der„Tivoli-Strolche” von der JVA-Aachen, Frank Theißen, Frank Mertzbach, Hans Bühn und Günter Joerissen, das Deutsche Team. Unverzichtbare Unterstützung leisteten die ebenfalls mitgereisten Katerina Kaneilou und Ingrid Nobis.

Bereits zwei Stunden vor dem Start war reges Treiben im Camp. Die ersten Läufer wagten sich bei kaltem, aber trockenem Wetter auf die Strecke. Auch die Heinsberger und Aachener Läufer waren angespannt, und beim langsamen Warmlaufen in Richtung Streckenführung ließ sich erahnen, wie anspruchsvoll dieser Streckenverlauf sein würde.

30 Minuten vor dem Start versammelten sich alle Läufer-Teams. Olympisches Flair lag über dem Camp, als ein Dudelsackspieler sich anschickte, alle Teams, angeführt vom schottischen Ausrichter-Team, mit der jeweiligen Nationalhymne in den Start/Zielbereich zu führen.

Die Italiener, als klare Favoriten gesetzt, standen natürlich in der ersten Startreihe. Jeder lief sein persönliches Rennen, die Frauen die Distanz von 5000 Metern und die Männer eine zusätzliche Runde mit insgesamt 9000 Metern. Vom Start führte die Strecke durch hohes und nasses Gras in ein etwa 300 Meter langes „Sumpfgebiet”. Eine uralte romantische Steinbrücke mit gefährlich rutschigem Untergrund sorgte für so manche akrobatische Meisterleistung.

Aber es sollte noch heftiger kommen. Schweres nasses Geläuf, kurze Asphaltpassagen ein Weidezaun und jetzt war er da: der „Lyne Water River”, ein kleiner Fluss, etwa sechs Meter breit und 30 bis 40 cm tief. Hier mussten alle durch. Spätestens jetzt standen alle Laufschuhe unter Wasser. „Ein richtiger Crosslauf”, sagten sich wohl die meisten Athleten, denn die letzten 500 Meter führten erneut durch das „Sumpfgebiet” hinein auf die Zielgerade.

Motiviert durch den im Zielbereich spielenden Dudelsackbläser erkämpften sich alle Athleten mit der jeweiligen Nationalflagge in der Hand einen bewegenden Zieleinlauf. Drei Stunden nach dem Crosslauf standen als nächste gemeinsame Aktion die „Highland-Games” auf dem Programm. Die Teams der einzelnen Länder wurden untereinander vermischt, so das neue Spielgruppen entstanden.

Wettkämpfe wie „Baumstämme werfen”, „Sandsack hochwerfen” sowie verschiedene Geschicklichkeitsspiele sorgten für sehr viel Ehrgeiz und Spaß unter allen Beteiligten.Der große offizielle Schlusspunkt der „European Prison Services Cross Country Championships” war abends die große Festgala in der Festhalle des Feriencamps.

Nach ereignisreichen neun Tagen und beeindruckt von der Farbenpracht der schottischen Natur sowie der Vielfalt der historischen Sehenswürdigkeiten trat die Heinsberger Reisegruppe die Heimreise an.
Wie erwartet teilten sich die italienischen Läufer (Mitglieder des Italienischen Olympiakaders) die ersten 4 Plätze.

Achtbar schlug sich auch das Deutsche Team mit folgenden Ergebnissen: Männer 9000 Meter: Frank Mertzbach 33:04, Frank Theissen 34:25, Stefan Classen 35:57, Günter Joerissen 37:02, Hans Bühn 39:32, Franz-Josef Fronk 41:34, Heinz Nobis 44:57, Helmut Funken 46:53, Hans Tholen 48:17, Arndt Backes 50:42. Frauen 5000 Meter: Karoline Kempas 29:13, Marlene Backes 30:17, Anke Johnen 32:30.