Erkelenz-Holzweiler: Am Modell ein Kampf gegen die Flammen

Erkelenz-Holzweiler : Am Modell ein Kampf gegen die Flammen

Was hat Modellbau mit Brandbekämpfung zu tun? Diese Frage stellt sich für die Jungs der Jugendfeuerwehr in Holzweiler nicht.

In der Alten Schule treffen sie sich seit alle zwei Wochen, um unter der Anleitung von Marco Roeb und Patrick Pistel ein so genanntes Diorama zu basteln. Was man darunter zu verstehen hat, verrät Oberbrandmeister Franz-Josef Jansen: „Die Jungs bauen ein naturgetreues Dorf nach. Mit Infrastruktur, Wohn- und Industriegebieten und natürlich einer Feuerwehr.”

Was da auf der grünen Platte entsteht, mutet wie die gute alte Modelleisenbahn an. Trotzdem hat die Bastelei einen durchaus ernsten Hintergrund. „Wir benutzen dieses Modell für Planspiele”, erklärt der Zugführer. „Dabei werden auch Witterung, Jahreszeit und Windrichtung vorgegeben, die in der Einsatzplanung berücksichtigt werden müssen.” Diese Praxis ist in der Ausbildung von Feuerwehrleuten durchaus nicht unüblich.

„Die Planspiel-Ausbildung ist Teil des Lehrangebotes am Feuerwehrinstitut in Münster”, ergänzt Wolfgang Linkens. Durch die realitätsnahe Theorie am Modell kann das richtige Verhalten in der Praxis geschult werden. Der Stadtbrandinspektor besucht den Holzweiler Feuerwehrnachwuchs regelmäßig gemeinsam mit Jugendwart Michael Tüffers, „um zu fachsimpeln”.

In einem sind sich Linkens und die jungen Baumeister sicher: Bei einer Platte wird es nicht bleiben. Im Anschluss an die erste Ortschaft sollen weitere Verbindungsstücke folgen, bis eine ganze Landschaft entstanden ist.

Erst ab zehn Jahren

Neben Holzweiler und Immerath gehören auch die Ortschaften Borschemich, Kuckum und Keyenberg sowie ein Abschnitt der angrenzenden A61 zum Einzugsgebiet der Löschgruppe Holzweiler. Trotzdem mangelt es an Nachwuchs. „Ein Teil der Ortschaften fällt Rheinbraun zum Opfer”, erklärt Linkens. „So fallen für uns ganze Jahrgänge weg, weil sie umsiedeln müssen.”

Einen weiteren Grund kennt Marco Roeb: „Wir dürfen erst ab dem zehnten Lebensjahr aufnehmen.” Dann, so Roeb, hätten die Sportvereine meist schon „zugeschlagen”.

Wie wichtig der Nachwuchs für die Freiwillige Feuerwehr sei, beweise die Tatsache, dass zwei Drittel der Holzweiler Löschgruppe aus der Jugendfeuerwehr stammen. Auch in diesem Jahr, so Jugendwart Tüffers, würden in der gesamten Stadt Erkelenz wieder fünfzehn junge Feuerwehrleute in die aktiven Löschgruppen übernommen.