Erkelenz: Am Koppelzaun scharf rechts abbiegen

Erkelenz : Am Koppelzaun scharf rechts abbiegen

Wohlbehalten sind die Teilnehmer der Tour de Jumelage nach Erkelenz zurückgekehrt. Bei ihrer Spendenfahrt zugunsten des Erkelenzer Hospizes legten die 18 Rennradfahrer und ihre fünf Begleiter im Pkw rund 925 Kilometer zurück, um am Ziel in Hamburg gesund und munter anzukommen.

Die Tour de Jumelage wurde zum Auftakt der Geburtstagsfeier der Pestalozzischule auf dem Schulgelände gestartet. In sechs Etappen ging es gen Norden bis an die Elbe. Dank der guten Vorbereitung klappte die Tour reibungslos.

Das ausgezeichnete Kartenmaterial, in dem Mitorganisator und Streckenplaner Gerd Helfer auch jede noch so kleine Streckenführung akribisch genau verzeichnet hatte, trug ebenso ihren Teil zum reibungslosen Ablauf der Tour bei, wie die gute körperliche Vorbereitung der Aktiven auf den Rennrädern und die hervorragende Hotelauswahl, die Mitorganisator Karl-Heinz Frenken getroffen hatte. Da blieb für Tour-Chef Wolfgang Kurth,der wie in all den Jahren im Vorfeld die Hauptlast trug und bei dem sämtliche planerischen und oarganisatorischen Fäden zusammenliefen, kaum noch Arbeit, er konnte sich ganz auf die sportliche Herausforderung konzentrieren.

Den schwierigsten Part bei der Tour hatte Bürgermeister Peter Jansen, der alleine in einem Auto fuhr und die stete Verbindung zwischen dem Fahrerfeld und dem Führungsfahrzeug aufrecht erhalten musste. Nicht immer stimmten dabei Theorie und Praxis überein. Ausgerechnet "mitten in der Prärie", in der Lüneburger Heide, war der in der Planung als optimal ausgewählte Feldweg just am Tag der Durchfahrt wegen einer Tagesbaustelle gesperrt.

Am nächsten Tag das nächste, nicht vorhersehbare Problem: Eine Straße in der Holsteinischen Schweiz war zwar einspurig für den Verkehr freigegeben, endete dann jedoch an einer Teermaschine, die den Weg sanierte und versperrte. Da musste sich die Gruppe gedulden und eine unfreiwillige Pause einlegen, was bei einer Tagesdistanz von über 140 Kilometern gar nicht so unwillkommen war.

Die absolute Krönung bei der Streckenplanung war allerdings bei der Fahrt vom Norden hinein nach Hamburg gegeben. Es ging über schmale, gut befahrbare Feldwege, die allerdings nicht nur von Büschen windgeschützt umsäumt waren, sondern auch einen großen Nachteil hatten: Sei wiesen keine Hinweisschilder auf. Doch da zeigte sich das Improvisationsgeschick Helfers, der nach seiner Erfahrung aus der Vortour dem Führungsfahrzeug ins Fahrtenbuch geschrieben hatte: "Arn Koppelzaun rechts".

Tatsächlich erschien der Zaun am Straßenrand. Es ging rechtsherum und der Weiterfahrt nach Hamburg stand nichts im Wege. Positiv wirkte sich bei der diesjährigen Tour der Jumelage aus, dass der Start bereits an einem Samstag erfolgte. Das hatte zur Folge, dass die Gruppe gleich an zwei relativ verkehrsarmen Tagen die ersten beiden Etappen zum Biggesee und ins Eggegebirge ohne den Alltagsverkehr absolvieren konnte.

Danach waren die verkehrsreichen Zonen ohnehin passiert. Im Wesertal oder entlang der Aller gab es teilweise Passagen, bei denen die Rennradfahrer ganz alleine kilometerweit unterwegs waren. Aber nach der Tour ist vor der Tour. Die Jubiläumstour im nächsten Jahr, wenn sich die Gruppe bei ihrer zehnten Fahrt wieder in die Erkelenzer Partnerstadt St. James aufmacht, wird weitgehend dem Verlauf der letzten Tour nach St. James folgen. Nur bei den ersten beiden Etappen sieht Helfer "Optimierungsmöglichkeiten". Statt durch Belgien soll es auf anderer Strecke zur Nordseeküste gehen. Wie, das wird er den Teilnehmern rechtzeitig sagen. Die neunte Tour de Jumelage ist damit Geschichte, nicht aber ihr Zweck. Das Sammeln für Spenden zugunsten des Hospizes geht weiter.