Hückelhoven: Altes Waschbecken in die Tiefe geschleudert

Hückelhoven : Altes Waschbecken in die Tiefe geschleudert

Nein, ein erster Spatenstich war nun wirklich nicht angebracht.

Zum einen, weil es dann eines Presslufthammers angesichts des steinernen Untergrundes bedurft hätte und zum anderen, weil nicht ein Neu-, sondern ein Umbau des Schulzentrums „In der Schlee” ansteht.

Rektor Kurt Kampmeyer schlug beim Auftakt zu den umfangreichen Bauarbeiten am Dienstag vor, symbolisch mit der Entkernung des betreffenden Gebäudetraktes zu beginnen.

Das ließ sich die Schuldezernentin Angelika Stöcker nicht zwei Mal sagen: Kurzerhand bemächtigte sie sich eines ausgedienten Waschbeckens, um es alsbald aus dem Fenster in die Tiefe zu schleudern. Vor allem für die Schüler ein höchst seltener Anblick, der aber billigend in Kauf genommen wurde.

Dringende notwendig wegen gestiegener Schülerzahlen

Sowohl für den Schulleiter als auch für die Schülerschaft hatte Bürgermeister Werner Schmitz Komplimente mitgebracht: Kampmeyer sei ein „außerordentlich wichtiger Faktor für diese Schule”, die Jugendlichen „wesentlich ruhiger und aufmerksamer als die am Gymnasium”, so Schmitz höchstwahrscheinlich in Anspielung auf das Richtfest zum Erweiterungsbau.

In Anbetracht der gestiegenen Schülerzahlen könne es keinen Zweifel daran geben, dass die Sanierung und Erweiterung eine dringende Notwendigkeit darstelle. „Ich bin der Meinung, wir in Hückelhoven können durchaus stolz sein auf unser schulisches Angebot”, hob Schmitz hervor. „Und das umso mehr am heutigen Tag, an dem wir durch diesen Spatenstich für ein weiteres Stück Schulgeschichte sorgen.”

Eine etwas lautere Geräuschkulisse müsse in den kommenden Monaten wohl oder übel hingenommen werden. Der Bürgermeister und empfahl: „Aber mit ein wenig Gelassenheit und Geduld und vor allem mit Blick auf das Endergebnis, lässt sich vielleicht die eine oder andere Störung eher verkraften.”

16 zusätzliche Räume plus Dach- und Fassadenerneuerung

Zu Beginn des Schuljahres 2004/2005 soll der Unterricht im so genannten Baukörper IV wieder aufgenommen werden - wenn alles nach Plan läuft. Zirka 2,3 Millionen Euro investiert die Stadt in den Umbau. Unter Federführung des Architekturbüros Greven ist angedacht, den gesamten Grundriss neu zu ordnen.

Zugunsten von mehr Unterrichtsräumen werden die bestehenden Terrassen baulich geschlossen. Das Ziel: vier Klassen-, zwei Mehrzweck- sowie zehn Fachräume mit entsprechenden Vorbereitungsräumen. Mit eingeschlossen ist außerdem die Erneuerung des Daches und der Fassade.

Bildung als wichtiges Mittel der Wirtschaftsförderung

„Für unsere Schule ist heute ein guter Tag”, bekräftigte Kampmeyer. Dasselbe gelte ebenso für die Stadt Hückelhoven. Bildung sei nicht zuletzt ein wichtiges Mittel der Wirtschaftsförderung: „Ohne gute Bildung gibt es keine Innovationen, stagniert die Wirtschaft, verkrustet die Gesellschaft”, so der Rektor.

Lernen und lehren gelinge in einer schönen, zweckgemäßen Umgebung am besten. Oder anders: „Zu einer guten Ware gehört auch eine entsprechende Verpackung.”

Dank richtete Kampmeyer unter anderem an die 1. Beigeordnete Stöcker für ihren Einsatz als „zuverlässige Antriebskraft bei dieser Entwicklung”. Ein ansprechendes Rahmenprogramm gestalteten der Schulchor unter Leitung von Stephanie Christoph und die türkische Folklore-AG.