Erkelenz: Alle Funktionen von Immerath bleiben erhalten

Erkelenz : Alle Funktionen von Immerath bleiben erhalten

Mittwoch, der 22. September wird als ein bedeutsamer Tag in die Geschichte der Stadt Erkelenz eingehen.

Am Morgen gab es im Rathaus nach zähem Ringen die Unterzeichnung der so genannten Erkelenz-Erklärung zwischen der Stadt und RWE Energie, vormals Rheinbraun, die die Umsiedlung des Erkelenzer Ostens wegen des geplanten Tagebaus Garzweiler II konkretisiert; am Nachmittag folgte auf dem Gelände des Hermann-Josef-Krankenhauses der Erste Spatenstich zum Bau eines neuen Traktes, der an die Stelle des Immerather Krankenhauses tritt. Die Betriebsstelle in Immerath muss den Tagebau weichen. In Erkelenz entsteht ein moderner Neubau, der alle Funktionen des altes Hauses übernimmt.

RWE Power betritt mit der Umsiedlung eines Krankenhauses Neuland: Erstmalig in der Geschichte des Braunkohletagebaus muss ein Krankenhaus komplett umgesiedelt werden. In intensiven Gespräch zwischen der Stadt, RWE Power und der Bezirksregierung ist es zu der jetzt gefundenen Lösung gekommen. Es war, so sagte Regierungspräsident Jürgen Roters in seiner Ansprache, „eine gute und richtige Entscheidung”.

Ein neuer Meilenstein für das Hermann-Josef-Krankenhaus in Erkelenz werde mit der Umsiedlung gesetzt. Obwohl die Fördermittel noch nicht geflossen sind, gab Roters die Zustimmung, jetzt schon mit dem Bau zu beginnen. „Die Finanzierung steht”, versicherte er. Rund 23 bis 24 Millionen Euro werden zwischen Tenholter Straße und dem Schneller verbaut. Die Bauzeit beträgt drei bis vier Jahre. In Erkelenz werden alle Fachabteilungen untergebracht, die es in Immerath gibt: Geriatrie, Geriatrische Tagesklinik, Urologie und Augenheilkunde.

Auch werden alle 110 Betten in Erkelenz übernommen. Wie der Verwaltungsdirektor Wolfgang Salz sagte, werde es parallel zum Gartentrakt entlang der Straße Am Schneller den dreigeschossigen Betten-, Funktions- und Behandlungstrakt geben. In einem separaten Gebäude im jetzigen Innenhof des Wirtschaftsgebäudes werden drei Operationssäle im Anschluss an die bereits bestehenden errichtet. Zuvor jedoch wird in einem ersten Bauabschnitt auf dem Parkplatz an der Tenholter Straße ein Parkdeck gebaut, das die durch den Neubau des Krankenhaustraktes entfallenden Parkplätze aufnehmen soll.

Es war viel Vorarbeit erforderlich, sagte Salz, der insbesondere der Bezirksregierung dankte, die unermüdlich an der Planung mitwirkte. Bürgermeister Mathissen habe mit ganzen Herzen das Projekt unterstützt und RWE Power habe viel dazu gelernt, was es bei Umsiedlungen alles zu beachten gebe.

„Wir wären lieber in Immerath geblieben”, sagte der Bürgermeister, „aber wir müssen uns damit abfinden, dass die Verlagerung des Krankenhauses wegen des Tagebaus von Immerath nach Erkelenz „endgültig” sei. „Wir bekommen ein optimales Haus”, erklärte er.

Auch RWE Power-Vertreter Christian Lögters bestätigte, dass die Umsiedlung für Erkelenz eine große Belastung sei. Er wünschte, dass das jetzt erreichte Ziel umgesetzt und ein gutes Werk gelingt. Dafür will Architekt Wolf Dirk Rauh sorgen, der einen OP-Trakt und ein Bettenhaus der „kurzen Wege” bauen will.

Aber nicht nur der Auftakt zum Neubau sorgte bei Salz und Mathissen für Zufriedenheit. Sie sind auch zufrieden, weil sie von der Bezirksregierung erfahren haben, dass ab dem 1.Oktober offiziel eine Kardiologie als Fachabteilung im Erkelenzer Hermann-Josef-Krankenhaus betrieben werden darf.